Eine Auseinandersetzung mit dem Lebensende

Wer sich mit dem Tod auseinandersetzt, beschäftigt sich zugleich auch mit dem Leben. Was gibt uns in schweren Zeiten Kraft? Was spendet Trost? Wie erinnern wir uns an Menschen, die uns fehlen? Und wie können wir füreinander da sein? Mit verschiedenen Veranstaltungen, darunter der Themenwoche «endlich.menschlich» des gleichnamigen Fördervereins, laden wir dazu ein, diesen Fragen gemeinsam nachzugehen. Ausstellungen, Gespräche, Kurse, Filme und Begegnungen schaffen Raum für Austausch, Reflexion und neue Perspektiven auf das Leben angesichts seiner Endlichkeit.
Einen eindrücklichen Zugang eröffnet die Wanderausstellung «Handwerk des Abschieds». Die Fotografien von Silvia Trüssel zeigen Menschen und Berufe, die mit Sterben, Tod und Abschiedskultur in Verbindung stehen. Die Ausstellung wird am 26. Oktober im Kirchgemeindehaus Wollishofen mit einer Vernissage eröffnet. Im Zentrum der anschliessenden Podiumsdiskussion am 29. Oktober steht die Frage, wie unsere Gesellschaft mit Sterben, Tod und Abschied umgeht.
Auch das persönliche Gespräch hat seinen Platz. Am 27. Oktober laden wir gemeinsam mit der katholischen Pfarrei St. Anton Menschen in Trauersituationen ein, sich in einem geschützten Rahmen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und Gemeinschaft zu erleben.
Wer sich praktisches Wissen für die Begleitung von Menschen am Lebensende aneignen möchte, findet in den Letzte-Hilfe-Kursen im Kirchgemeindehaus Hottingen wertvolle Orientierung. Am 30. Oktober vermittelt ein Einführungskurs Grundlagen zur Begleitung von Menschen am Lebensende sowie zur Palliative Care.
Einen kulturellen Zugang eröffnet der Gesprächs- und Filmabend «Ente, Tod und Tulpe» am 29. Oktober, der in ökumenischer Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchgemeinde im Pfarreizentrum Johanneum Wiedikon stattfindet. Die Filmvorführung mit anschliessendem Gespräch regt dazu an, über das Leben im Angesicht des Todes nachzudenken. Der Anlass ist barrierefrei zugänglich und wird mit einem Apéro abgerundet.
Zwischen dem 30. Oktober und 27. November 2026 werden in der Predigerkirche Fotogramme, Klang und spirituelle Impulse in der Ausstellung «Archiving the Universe» von Stefan Klein verbunden. Klein betrachtet Staub als Grundbestandteil des Universums und des Lebens. Das Projekt eröffnet Perspektiven auf die Existenz des Menschen in ihrer Ambivalenz, auf das Leben aus theologischer und philosophischer Sicht und ganz konkret auf die eigene Erfahrung: Staub ist überall und spiegelt im Mikrokosmos die Vielschichtigkeit des Makrokosmos.
Wie unterschiedlich Menschen weltweit mit Tod und Erinnerung umgehen, zeigt «Día de los Muertos – Tote ehren, das Leben feiern» vom 31. Oktober bis 7. November in der Citykirche Offener St. Jakob. Mit Altar, Musik, Ahnenritual, Filmvorführung, Ausstellung und Friedhofsbesuch verbindet die mexikanische Tradition Erinnern und Feiern auf eindrucksvolle Weise.
Im «Kaleidoskop Totentanz» am 7. November in der Markuskirche zeigen Studierende der Zürcher Hochschule der Künste ihr Können. Zu den farbenreichen Klängen von Querflöte, Klarinette, Violoncello, Flügel und Orgel gesellen sich die ausdrucksstarken Bewegungen einer Tänzerin. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird auch ein Werk einer Kompositionsstudentin der ZHdK erklingen.
Allen, die ihrem geliebten tierischen Begleiter in Gemeinschaft gedenken möchten, sei der «Tierabschiedsgottesdienst» am 8. November in der Citykirche Offener St. Jakob ans Herz gelegt. Am Abend desselben Tages findet in der Kirche Enge eine «Trauerfeier für unsere Umwelt» statt. Nach dem erneuten «Rekordsommer» wird gemeinsam mit Mitgliedern eine Trauerfeier für all das gestaltet, was infolge des menschengemachten Klimawandels zerstört wird.
Diese breite Palette an Veranstaltungen bietet die Möglichkeit, sich dem Tod nicht zu verschliessen, sondern ihm bewusst zu begegnen. Denn die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit kann dabei helfen, das Leben tiefer zu verstehen, es bewusster zu geniessen und menschliche Verbundenheit neu zu entdecken.


