Vergangene Ausstellungen

Seit 2020 wird die Stirnwand der Johanneskirche von Künstler:innen bespielt. Hier ist ein Rückblick auf unsere vergangenen Ausstellungen.
Sarah Burger: «Portal»
Wo eigentlich begrenzende Mauer ist, eröffnet sich eine Landschaft. Riss im Raum, der einen anderen Ort freigibt, einen Ort ohne Namen und Zeit, bereits vergangen vielleicht oder noch kommend. In dieser Landschaft zeigen sich unbekannte Wesen, einander zugetan oder in Spannung. Die Wandarbeit von Sarah Burger wirkt wie ein überdimensionaler Filmstill, Ausschnitt aus einer Geschichte, einer Handlung in jener Welt. Und manchmal, über Nacht, verschiebt sich die Szene. Sarah Burgers Werk «Portal» war vom 18. März bis 14. Juni 2026 in der Johanneskirche zu sehen.


Bruce Liv Mueller: «Hidden»
Part I Aislinn (the installation)
Part II Forays within the hidden (the performance)
Die Kunstinstallation von Bruce Liv Mueller stellte den Kirchenraum in den Mittelpunkt und machte ihn für Besucherinnen und Besucher auf neue Weise erfahrbar. Eine grossflächige, textile, schwebende Installation veränderte den Raum. Die Kunst interpretierte die Sicht auf Höhe und Proportionen neu und relativierte auch den Klang in ungewohnter Weise. Das Wort «Aislinn» im Titel hat seinen Ursprung in der irisch-gälischen Sprache und heisst so viel wie «Traum», «Vision», «Traumwächterin».
Isabelle Krieg: «Entspannte Frauen»
Die «Entspannten Frauen» von Isabelle Krieg waren von Februar bis Juni 2025 an der Wand der Johanneskirche zu sehen. Die «Entspannten Frauen» sind Isabelle Kriegs Vorschlag für neue Welt-Ikonen. Wenn Frauen entspannt sind, heisst das: Es geht ihnen gut. Sie leiden keinen Hunger, haben keine Angst, müssen nicht rund um die Uhr hetzen, sondern gönnen sich Pausen. In einer Welt der Entspannten Frauen ginge es allen Menschen gut, auch der Natur. Die Entspannten Frauen sind weder religiös noch sexuell noch mütterlich aufgeladen. Es sind Frauen wie Du und ich, sie sind bekleidet und liegen auf dem Rücken, sich einzig ihrer Entspannung hingebend.


Alex Herzog: «Portals hold stories. Traces, rhythms and directions»
«Portals hold stories. Traces, rhythms and directions» ist der Titel des Kunstwerks von Alex Herzog, das von September bis Dezember 2024 in der Johanneskirche zu sehen war: acht grossformatige Arbeiten auf Papier, die durch Kratzen, Schaben, Falten und Schleifen entstanden sind. Man sah den Werken an, dass viel Arbeit in ihnen steckte. Gleichzeitig wirkten die Papiere harmonisch und leicht, gelb und licht. Jedes Blatt war seinem eigenen Rhythmus verpflichtet und behielt auch in der Präsentation als Reihe seinen individuellen Charakter. Die Sorgfalt war spürbar: Es war ein aussergewöhnliches Werk, das hier im Kirchenraum gezeigt wurde.
Janet Mueller: «About You & Me»
«About You & Me» ist ein Kunstwerk von Janet Mueller, das vom 29. Februar bis zum 7. Juni 2024 in der Johanneskirche zu sehen war. Ausgangspunkt für die Wandmalerei waren familiäre Erinnerungsstücke und Erinnerungslücken. Für Janet Mueller sind Erinnerungen alles andere als statisch: «Gewisses wird in der Erinnerung gross, anderes fällt weg.» Es geht um Verbindung und Verbundenheit; um ein Du und ein Ich.
Janet Mueller (*1975) lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Zürich. In ihrer Malerei verbinden sich Experiment und Expressivität.


Dario Cavadini: «Sichtbar ist das Verborgene»
«Sichtbar ist das Verborgene» ist ein Kunstwerk von Dario Cavadini, das vom 24. August bist zum 8. Dezember 2023 zu sehen war. Beim Betreten der Kirche war ein glänzendes, handgeformtes Aluminiumrelief sichtbar, das sich über die gesamte Stirnwand des Chores erstreckte. Darin verborgen waren vom Künstler selbst gegossene Kerzen, die in einer Art Zeremonie angezündet werden konnten und das Relief zum Leuchten brachten. Das Licht der Kerzen machte das Verborgene sichtbar. Durch das Flackern der Kerzen schien sich die Wand zu bewegen. Die Installation hatte etwas Meditatives, fast Mystisches und liess die Menschen im Raum in Stille verharren.
Eliane Rutishauser und Barbara Naegelin: «AUSSENVOR UND MITTENDRIN»
«AUSSENVOR UND MITTENDRIN» war eine Videoinstallation von Eliane Rutishauser und Barbara Naegelin, die vom 3. März bis 9. Juni 2023 in der Johanneskirche zu sehen war: Ein Lichtkegel bewegt sich suchend über die Wand. Von Zeit zu Zeit werden Schattenumrisse von Gegenständen, Wesen und Pflanzen sichtbar oder zumindest erahnbar. Sind es flüchtige Illusionen, virtuelle Welten oder wirkliche Ereignisse? Das Setting regt zu eigenen Entdeckungen an; scheinbar Verborgenes wird sichtbar gemacht und der Kirchenraum füllt sich mit Vorstellungen. Die Kunstaustellung wurde begleitet durch ein vielseitiges künstlerisches Rahmenprogramm.


Bettina Diel: «Der wahre Weltuntergang ist der stabile Zustand.»
«Der wahre Weltuntergang ist der stabile Zustand.» So lautete der Titel der Kunstinstallation von Bettina Diel, die vom 7. Oktober 2022 bis 13. Januar 2023 in der Johanneskirche zu sehen war.
Bettina Diel interessiert sich für den Körper, die physische Intelligenz, die der Improvisation und dem Miteinander zu Grunde liegt. Für die Installation im Kirchenraum verwob sie Limmatsteine mit Wachs und Wolle. Über drei Monate bereicherte die Kunst das Leben in der Johanneskirche. Ein Highlight waren die Stimm-Improvisationen, die die Künstlerin selbst mit leitete.
Ursula Palla: «und nichts als dies»
«und nichts als dies» hiess das Kunstwerk von Ursula Palla, das vom 4. Februar bis zum 1. Juli 2022 in der Johanneskirche zu sehen war. Wie die Erde, die Pflanzen und Lebewesen ist auch der Himmel ein wiederkehrendes Thema in der künstlerischen Arbeit Ursula Pallas. Für die Johanneskirche erschuf sie ein Kunstwerk, das den Himmel und seine Wolken in den Innenraum strömen liess und so zum Träumen und Nachdenken einlud.
Fünf Monate lang lebte die Kirche mit der Kunst und umgekehrt. Zusammen mit Saalblatt «und nichts als dies»den Wolken haben die unterschiedlichsten Menschen gesungen, musiziert, gebetet, gefeiert, meditiert, Theater gespielt, gebastelt, gemalt und miteinander diskutiert.


huber.huber: «Energy - oder das verlorene Paradies»
Neun Monate lang war in der Johanneskirche eine Kunstinstallation der Brüder Reto und Markus Huber (huber.huber) zu sehen: «Energy – oder das verlorene Paradies.» Viel hat das Bild ausgelöst. Irritation, Begeisterung und eine Menge spannender Fragen. Was verbindet eine Badelandschaft in Kroatien aus dem Jahr 2019 mit dem kirchlichen Leben in Zürich mitten in der Pandemie? Zum Bild gesellten sich eine Theateraufführung, Konzerte, ein Aktzeichnen, Meditationen und auch jede Menge Gottesdienste und Vespern. Die Finissage fand am 9. Juni 2021 statt. Dort, wo sich Menschen im Wasser tummelten, ist nun wieder eine weisse Wand.