GROSSE EINSCHNITTE BEFÜRCHTET


Der Kanton Zürich plant per 1. Januar 2025 eine Sen­kung der Unter­nehmens­gewinn­steuer. Als Folge davon müsste die Kirch­ge­meinde die diako­nischen Leis­tungen stark ein­schränken – gerade in Städten er­füllen diese jedoch eine wich­tige Auf­gabe.

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Senkt der Kanton Zürich die Unter­nehmens­gewinn­steuer, müsste die Kirch­gemeinde diako­nische Leis­tungen ab­bauen. © Markus Breulmann



Im Kanton Zürich gilt eine Steuer­pflicht für Unter­nehmen, sobald diese einen Gewinn aus­schütten. Für kultische Zwecke ein­ge­setzt werden diese Gelder nicht. Nun plant der Kanton per 1. Januar 2025, die Unter­nehmens­gewinn­steuer von sieben auf sechs Prozent zu senken, um als Standort attrak­tiv zu bleiben. Davon wären auch die Kirch­gemeinden und die Landes­kirchen massiv be­troffen, da sich die Kirchen­steuer als Prozent­satz der Staats­steuer er­rechnet. Beson­ders ein­schneidend wäre die Sen­kung für städtische Ge­meinden wie die Kirch­gemeinde Zürich: Fast die Hälfte ihrer jähr­lichen Ein­nahmen aus der Kirchen­steuer stammt von juris­tischen Per­sonen.

Steuergeschenk für internationale Konzerne

Res Peter, Pfarrer und Kirchen­pfleger, macht die geplante Steuer­senkung be­troffen: «Es er­gibt für mich ein­fach keinen Sinn, wenige, inter­national tätige Unter­nehmen steuer­lich zu begüns­tigen, wenn dafür die Gesamt­bevöl­kerung Ab­striche machen muss.» Der Gross­teil der kleinen und mitt­leren Unter­nehmen im Kanton Zürich weist ohne­hin keine Gewinne aus, weil sämt­liche Er­träge rein­ves­tiert werden. Sie würden daher auch nicht von dieser Sen­kung profi­tieren. Die grossen Unter­nehmen, die Gewinne aus­schütten, be­finden sich zu acht­zig Prozent im Besitz von aus­län­dischen Aktio­när:innen. Res Peter: «Zwei Drittel der ein­ge­sparten Gelder würden ins Aus­land ab­wandern.»

Engagement für die Schwachen einschränken?

Die refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich be­ziffert ihre Minder­ein­nahmen ge­schätzt auf 4,4 Millionen Franken. «Dies ent­spricht der Grössen­ord­nung einer kompletten Schlies­sung eines Kirchen­kreises, der Street­church oder des Demenz­zentrums», sagt Res Peter. Die wert­volle diako­nische Arbeit der Kirchen, die sich für die Schwachen ein­setzt und beson­ders in Städten eine wich­tige Funktion er­füllt, müsste stark einge­schränkt werden. Res Peter: «Gerade in der aktuell schwie­rigen gesell­schafts­poli­tischen Lage finden wir es nicht ver­tret­bar, dass betrof­fene poli­tische Gemein­den und wir als refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich ent­weder die Steuer­sätze erhöhen oder Leis­tungen für das Gemein­wohl streichen müssten.»

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