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Feministische Kirche nimmt Fahrt auf
Gottesdienste & Feiern

Feministische Kirche nimmt Fahrt auf

Im Rahmen der neuen femi­nis­tisch-theo­lo­gischen Veran­stal­tungs­reihe finden ab Dezember in allen Kirchen­kreisen An­lässe statt. Sie zeigen, wie unter­schied­lich femi­nis­tische Theo­logie ge­lebt werden kann – und welches Poten­zial das aktive Mit­ein­ander der hiesigen Pfarrer­innen birgt.
13.10.2023Kirchgemeinde
Geschätzte Lesedauer: 2min
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Julia Steiner, Züri Slam Meisterin 2023 und Comedian, führte am 15. November 2024 durch einen Preacher Poetry Slam der Reihe. zVg
Das Wichtigste auf einen Blick
Die feministisch-theologische Veranstaltungsreihe «Gott ist keine Spiesserin» in Zürich startet mit Podiumsdiskussionen, Debatten und kreativen Angeboten. Pfarrerinnen betonen die Bedeutung, Frauen in der Theologie zu zentrieren und sich von patriarchalen Prägungen zu distanzieren. Die Reihe fördert den Austausch und die Weiterentwicklung der feministischen Theologie.

Gott ist keine Spies­serin – femi­nis­tisch unter­wegs in Zürich: So lautet der volle Name der neuen, um­fang­reichen femi­nis­tisch-theo­lo­gischen Ver­an­stal­tungs­reihe. Sie startet am 4. Dezember 2023 mit einem Podium zur persön­lichen und gesell­schaft­lichen Rele­vanz der femi­nis­tischen Theo­logie – und belebt die Kirch­gemeinde 2024 mit diver­sen Ange­boten.

«Es sind mindes­tens zwölf Anlässe ge­plant, die eine grosse thema­tische Band­breite ab­decken – von einer Debatte über Leih­mutter­schaft über eine After­party zum femi­nis­tischen Streik bis zu einer Buch­besprechung und einem Poetry Slam», sagt Jacqueline Sonego Mettner.

Sie und die drei Pfarrer­innen Tania Oldenhage, Cornelia Camichel Bromeis und Muriel Koch sind Teil des organi­satorischen Netz­werks, das die neue feminis­tisch-theolo­gische Veran­staltungs­reihe ini­tiiert hat. «Gott ist keine Spiesserin ist eine gross­artige Zusammen­schau für die An­liegen und Unter­nehmungen der feminis­tischen Theolo­ginnen und Theo­logen in der Kirch­gemeinde», sagt Cornelia Camichel Bromeis, Pfarrerin am St. Peter, «wir arbeiten jetzt hier und wir wollen unseren Raum für alle sicht­bar und erfahr­bar gestal­ten.»

Pfarrerin Muriel Koch aus dem Kirchen­kreis neun ergänzt: «Die feminis­tische Reihe steht für Viel­schichtig­keit und das gemein­same genaue Hin­schauen – so er­öffnen wir neue Räume und erkun­den die vor­handenen unter feminis­tischen Blick­winkeln.» 

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Die Pfarrerinnen Cornelia Camichel Bromeis, Muriel Koch, Jacqueline Sonego Mettner und Tania Oldenhage bringen feministischen Schwung in die Gemeinde. Gion Pfander

Schluss mit Herr

Die feminis­tische Theologie – so unter­schied­lich ihre Aspekte jeweils gewich­tet würden – habe zum Ziel, die Sicht­weisen und Lebens­situa­tionen der Frauen bei theolo­gischen Aus­einander­setzungen ins Zentrum zu stellen, so Jacqueline Sonego Mettner, Pfarrerin im Kirchen­kreis zwei. «Bei­spiels­weise beleuch­ten wir in der feminis­tischen Theo­logie die Frage, wie genau wir denn eigent­lich von und über Gott sprechen – und was das bedeuten kann.»

Dazu Tania Oldenhage von der Johannes­kirche: «Die Bibel in gerechter Sprache wurde bereits 2007 heraus­gegeben; eine Bibel­über­setzung, die auch den Frauen in der Bibel gerecht werden will – und noch immer sprechen manche Pfarrer:innen aus­schliess­lich von ‹Herr› und ‹Vater›.» Diese Be­griffe zeugten von einem patri­archal geprägten Welt- und Gottes­bild.

«Wir aber distan­zieren uns klar und aktiv von diesen patri­archalen Prägungen», so Muriel Koch. Zuerst hätten sie denn auch die feminis­tisch-theolo­gische Veran­staltungs­reihe «Schluss mit Herr» nennen wollen, sagt Tania Oldenhage. «Doch wie können wir Gott dann be­zeichnen? Unsere Ant­worten auf diese Frage sind so umfang­reich wie wert­voll – und wir konnten uns einigen, was Gott nicht ist: eine Spiesserin!»

«Wir sind frei»

Die Veran­staltungs­reihe Gott ist keine Spiesserin ist seit dem Zusammen­schluss zur refor­mierten Kirch­gemeinde Zürich die erste, an der alle zehn Kirchen­kreise plus das bisher eigen­ständige Witikon aktiv ver­treten sind – in jedem findet mindes­tens eine Veran­staltung statt: «Aus unserer Sicht birgt der Zusammen­schluss enorm viel Poten­zial – der Aus­tausch und Mög­lich­keiten der Zusammen­arbeit sind reger und frucht­barer», sagt Muriel Koch.

«Wir sind stolz darauf», so die Pfarrerin Cornelia Camichel Bromeis, «dass alle Kirchen­kreise für diese Veran­staltungs­reihe an Bord sind, und wir der Kirch­gemeinde die post­patri­archale Perspek­tive ver­mitteln können, der ihr gebührt. «Wir sind ordi­nierte Pfarrerinnen», ergänzt Jacqueline Sonego Mettner, «wir sind frei und niemand kann uns vor­schreiben, wie wir von Gott sprechen oder unter welchen Aspek­ten wir biblische Themen lesen und ver­künden.»

Es gehe bei der gesamt­städtischen Reihe zur feminis­tischen Theo­logie daher nicht in erster Linie darum, eine gesell­schafts­politische Agenda zu ver­folgen, so die vier Theo­loginnen. Cornelia Camichel Bromeis: «Wir richten den Blick auf das Poten­zial der feminis­tischen Theo­logie – und wir wollen im regen Aus­tausch mit­einander immer weiter vorwärts­kommen.»

Gott ist keine Spiesserin

Frauen und alle Inte­ressierten feiern Gottes­dienst «ohne Herr und Herr­lich­keit». Erfahren Sie mehr zur feministischen Gottesdienstreihe.

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