Eine Riesenparty!

Jugendliche für Kirche zu interessieren, ist nicht einfach. Sie gar für Kirche zu begeistern, ist eine Mammutaufgabe – aber eine, die sich durchaus bewältigen lässt. Das zeigte die von der Reformierten Landeskirche Zürich ausgerichtete erste Ausgabe von REFINE vom 31. Oktober bis zum 2. November 2025.
Über 2000 Jugendliche aus der ganzen Deutschschweiz waren dem Aufruf der Deutschschweizer Landeskirchen gefolgt und kamen ans Jugendfestival nach Oerlikon.«Die Leute hier sind super, und das Zusammensein macht Megaspass», sind sich Lola und Luna beim kurzen Gespräch am Samstag einig. Die beiden Mädchen aus Herzogenbuchsee besuchten REFINE im Rahmen ihres Konflagers.
Mit ihrer positiven Einschätzung standen sie keineswegs allein da. «Es war bewegend, berührend und stimmungsvoll», sagt REFINE-Projektleiterin Diana Abzieher. Die Projektverantwortliche Leonie Ulrich pflichtet ihr bei und ergänzt: «Dass sich so viele junge Menschen treffen und miteinander diskutieren, einander zuhören, miteinander tanzen und feiern, war schlicht begeisternd!»
Reformiert in seiner ganzen Vielfalt
Das Programm, das die Organisatoren für das Festival auf die Beine gestellt hatten, war riesig – und entsprach ganz dem Motto «Alles ist möglich». Gottesdienste in den unterschiedlichsten Ausprägungen und mit moderner musikalischer Untermalung von Metal bis Hiphop zogen die Jugendlichen in ihren Bann; eine Play Zone begeisterte die Spielbegeisterten; der Expo-Bereich bot den am REFINE beteiligten Organisationen aus dem näheren und weiteren kirchlichen Umfeld die Gelegenheit, sich an Messeständen auf interaktive Weise zu präsentieren.
Abgerundet wurde das Festival-Angebot von einer Vielzahl von Workshops, die rege besucht wurden. Wichtig war den Veranstaltenden, dass Vielfalt nicht nur geboten, sondern von den Jugendlichen auch gelebt wird. Es gab einen verbindlichen Verhaltenskodex im Ampelsystem, der Respekt, Klarheit und Vertrauen schuf und zur Diskussion animieren sollte, aber auch deutliche Grenzen setzte. Wurden diese Grenzen verletzt, stand ein Awareness-Team mit einem offenen Ohr, Rat und Tat jederzeit zur Verfügung.

Zürich zeigt sich
Auch die reformierte Kirchgemeinde Zürich liess es sich natürlich nicht nehmen, sich den Jugendlichen aus der ganzen Deutschschweiz zu präsentieren. Pfarrerin Judith Engeler und Pfarrer Francesco Cattani präsentierten ihr von YouTube bekanntes Format «God to Go» auf der Bühne, das Schenkhaus bot einen Schmuckworkshop und Kleidertausch an.
Viel Betrieb herrschte bei den Minecraft-Bildschirmen. «Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt ...», sagt der für das Angebot verantwortliche Sozialdiakon Benjamin Walser «Die Kirche muss Jugendliche in deren Lebenswelt abholen und darf nicht hoffen, dass sie schon von selbst kommen.» Etwa 500 Jugendliche lebten ihre Glaubenskreativität auf ihren digitalen Parzellen aus – Ziel erreicht.
Verschiedene Workshops beschäftigten sich mit aktuellen Themen. Die Zürcher Sozialdiakonin in Ausbildung Dunja Mehr leitete die Diskussion über «Aktivismus für eine gerechtere Welt». «Ich glaube, jeder und jede konnte etwas für sich aus der Diskussion mitnehmen», bilanziert sie. «Wir haben alle voneinander profitiert.»
Viel gepostet
Mit ihrem Premieren-REFINE schafften es die Veranstaltenden, die im Vorfeld doch vorhandenen Zweifelnden verstummen zu lassen und zu zeigen: Die Reformierten sind durchaus in der Lage, einen zeitgemässen, jugendgerechten Event auf die Beine zu stellen. «Für die erste Auflage war es sehr gut», findet auch Dunja Mehr. «Es wurde jedenfalls nie langweilig.»
Benjamin Walsers Fazit ist ein «Ja, aber»: «Inhaltlich war es super, organisatorisch ist noch Luft nach oben», sagt er. Noch wichtiger als das Fazit der Veranstalter und Anbietenden ist aber natürlich jenes der Jugendlichen, denn um sie ging es ja. «Schon während des REFINE-Wochenendes wurden Bilder und Videos auf den Social-Media-Kanälen von Jugendlichen und Kirchgemeinden gepostet», weiss Diana Abzieher. «Das ging nach dem Festival weiter. Zudem haben wir Dankes-Nachrichten erhalten, und die Jugendarbeitenden und Pfarrpersonen, die als Begleitpersonen dabei waren, gaben uns ebenfalls durchwegs positive Rückmeldungen.»
Beste Voraussetzungen dafür, dass sich REFINE zu einer Marke und einem festen Bestandteil des Veranstaltungskalenders für reformierte Jugendliche entwickeln kann. REFINE wird 2027 von den Landeskirchen Aargau, Baselland und Solothurn ausgerichtet. Das Motto steht auch schon fest: «Muetig unterwägs».
Mehr zum REFINE
Aktuelle Informationen zum REFINE-Festival, auch zu künftigen Durchführungen, erfahren Sie auf der Website.


