1000 PORTIONEN SOLIDARITÄT


Schon vor dem Ukraine-Krieg standen Hilfsbedürftige vor den Toren des Freiwilligenvereins «Essen für alle» Schlange. Nun hat sich die Lage nochmals verschärft: Samstag für Samstag bitten über tausend Menschen um Essen. Jetzt hilft der Kirchenkreis zwei mit dem Projekt Green City Spirit in Form von Spenden und Unterstützung aus.

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Es ist ein Bild, das nachdenklich und betroffen macht – und es wiederholt sich Samstag für Samstag: Vor der Industriehalle Manegg bildet sich eine lange Schlange von Menschen, die sich die Beine in die Füsse stehen – bei jedem Wetter. Es sind Personen mit wenig materiellen Ressourcen, die Hoffnung auf ein Essenspaket oder Hygieneartikel haben. Inzwischen sind es an die tausend Portionen, die Woche für Woche vom privaten Verein «Essen für alle» ausgegeben werden. Seit der Ukraine-Krise hat sich die Zahl der Empfänger:innen verdoppelt.

Unterstützung für alle

«Essen für alle» wurde im März 2020 als privater Verein von Amine Diare Condeim ins Leben gerufen. Es war eine Aktion, die aus der Not heraus geboren wurde: Angestossen durch die Schliessung kantonaler Initiativen, die normalerweise den Grundbedarf von Menschen mit wenig materiellen Ressourcen decken. Seither gibt «Essen für alle» Lebensmittel für alle aus – anonym und ohne Bedarfsabklärung.

Der grossen Nachfrage gerecht zu werden, brachte den jungen Verein in den vergangenen Monaten stark an seine Grenzen. Da er keine staatliche Hilfe erhält, fehlt es an allem – vor allem an Hilfskräften für die Essensausgabe. Dank eines Aufrufs von Ursula Baumann, Quartierarbeiterin des GZ Leimbach, erfuhr auch Galina Angelova von der Notlage der Menschen im Manegg. Sie ist Pfarrerin des Kirchenkreises zwei, der Enge, Wollishofen und Leimbach umfasst. «Während eines Besuches vor Ort haben wir gesehen, wie dringend 'Essen für alle' nicht nur auf Sach- und Geldspenden, sondern auch auf Unterstützung durch kompetente Freiwillige angewiesen ist», sagt Galina Angelova, Projektleiterin von Green City Spirit, eine Initiative der reformierten Kirchgemeinde, die zu einem funktionierenden Beziehungsnetz innerhalb des Neubauquartiers Green City beiträgt.

Notgelder angefragt und erhalten

Zusammen mit den Sozialdiakoninnen Yvonne Roth und Manuela Rapold überlegte sie sich deshalb umgehend, wie der Kirchenkreis zwei helfen kann. «Schliesslich gehört die Unterstützung von Notleidenden zum Grundauftrag der Kirche», so die Pfarrerin. Kurz vor Ostern ersuchte sie die Kirchenkreiskommission um einen finanziellen Beitrag für einen Grosseinkauf und warb in den Gottesdiensten um ein solidarisches Mittragen. «Die Solidarität innerhalb der Kirchgemeinde ist gross. Menschen aller Generationen bringen immer wieder volle Einkaufstaschen vorbei oder melden sich als Freiwillige.»

Essensspenden reichen nicht

«Wir haben zu Beginn drei Autoladungen mit Essen gespendet und dachten, was für eine riesige Menge. Vor Ort haben wir gemerkt, dass es nur ein Tropfen auf den heissen Stein ist. Deshalb müssen wir nach zusätzlichen Möglichkeiten suchen», sagt Manuela Rapold. Derzeit sucht sie fieberhaft bei verschiedenen Lebensmittelläden und weitere Unternehmen in der Umgebung nach weiteren Spenden – und steht dabei im engen Kontakt mit dem Team von «Essen für alle», um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Die Sozialdiakonin ist zuversichtlich, dem Verein mit weiterer Unterstützung zur Seite stehen zu können – denn die Hilfsbereitschaft der Mitglieder des Kirchenkreises zwei ist gross.
 

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Wer «Essen für alle» unterstützen will – in welcher Form auch immer – kann sich direkt beim Verein melden. Alle Infos über Freiwilligeneinsätze und weitere Möglichkeiten finden sich unter www.essenfueralle.org.

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