Ergebnisse Standortumfrage

Die reformierte Kirchgemeinde Zürich hat im Rahmen der laufenden Standortplanung 5’500 Mitglieder zu ihren Erwartungen, Erfahrungen und Nutzungsgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse liefern Einblicke – etwa zur Bedeutung kirchlicher Angebote oder zur Offenheit gegenüber neuen Nutzungsformen.
Von den 5'500 angeschriebenen Mitgliedern der reformierten Kirchgemeinde Zürich folgten 848 der Einladung, ihre Einschätzungen zum Thema Standortplanung abzugeben, und nahmen an der breit angelegten Umfrage teil. Dies entspricht einer Teilnahmequote von über 15 Prozent. Die Umfrage war in zwei wesentliche Teile gegliedert: Fragen zum Angebot der Kirchgemeinde und Fragen zur Nutzung der kirchlichen Gebäude. Ziel war es herauszufinden, wie unsere Angebote, Veranstaltungen und Gebäude genutzt und wahrgenommen werden und welche Anliegen für die Zukunft bestehen.
Antworten zum Angebot der Kirchgemeinde
Grundsätzlich werden alle Tätigkeitsbereiche der Kirche – Gottesdienste, Feiern zu Lebensübergängen, Beratungs- und Unterstützungsangebote, Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene, Kulturanlässe, Angebote für Kinder und Familien sowie Angebote für Erwachsene – als wichtig erachtet. Besonders hoch im Kurs stehen die Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie die Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene mit Zustimmungswerten von über 75 Prozent.
Nur 20 Prozent der Personen, die an der Umfrage teilgenommen haben, nehmen nie an kirchlichen Veranstaltungen teil. Oben auf der Beliebtheitsskala sind: Besondere kirchliche Feiern, kulturelle Veranstaltungen sowie regelmässige Gottesdienste.
Die Nutzung der Angebote hängt stark vom Alter der Mitglieder sowie von der Art der Angebote ab. Diese Verteilung folgte mehrheitlich dem Alter der Befragten. So haben die Jüngeren eher die Angebote für Kinder und Familien sowie für Jugendliche und junge Erwachsene ausgewählt, die Älteren die Angebote für ältere Personen. Insgesamt erhalten die Angebote, die sich an eine breite Öffentlichkeit richten, die grösste Zustimmung.
Zwar werden Veranstaltungen im eigenen Stadtviertel geschätzt, aber für kulturelle oder besondere Anlässe nimmt man gerne auch weitere Wege in Kauf. Die häufigste Antwort auf die Frage nach der Nähe zum Angebot war allerdings «keine Angabe» – das heisst, dass die Anreisezeit für diese Mitglieder kein wesentlicher Faktor zu sein scheint.
Antworten zur Nutzung der kirchlichen Gebäude
Unsere Mitglieder schreiben Kirchen eine grosse Bedeutung zu, insbesondere in religiöser, kultureller und historischer Hinsicht. Dabei zeigen sie sich aufgeschlossen gegenüber neuen Nutzungsformen. So befürworten die Mitglieder mit deutlicher Mehrheit eine kulturelle und öffentliche Nutzung der Kirchen sowie deren Öffnung für Freizeitaktivitäten und private Nutzungen, beispielsweise für gemeinnützige Arbeit und Vereinsveranstaltungen. Hingegen stossen kommerzielle Nutzungen wie Restaurationsbetriebe, Firmenveranstaltungen oder Werbeveranstaltungen eher auf Ablehnung.
Eine Mehrheit der Befragten spricht sich für eine Öffnung der Kirchen gegenüber anderen christlichen Glaubensgemeinschaften aus. Hingegen zeigen sie sich gegenüber den Angeboten nichtchristlicher Religionsgemeinschaften zurückhaltender.
Bezüglich Kirchgemeindehäusern ist die Offenheit noch grösser. Über 85 Prozent der Befragten befürworten die kulturelle und öffentliche Nutzung sowie die Nutzung für Freizeitbeschäftigung und private Zwecke. Auch einer kommerziellen Nutzung stehen die Teilnehmenden der Umfrage eher positiv gegenüber. Bezüglich der Nutzung der Kirchgemeindehäuser durch Angebote nichtchristlicher Religionsgemeinschaften hielten sich die zustimmenden und ablehnenden Antworten die Waage.
Bei der Wahl eines Veranstaltungsorts sind für die Mitglieder der Inhalt der Veranstaltung, eine gute Erreichbarkeit zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehr sowie die Nähe zum eigenen Stadtteil entscheidend. Parkplätze spielen hingegen kaum eine Rolle.
Die Ergebnisse der Standortumfrage zeigen ein differenziertes Bild: Die Mitglieder schätzen die Kirche als Ort der Unterstützung, der Gemeinschaft und der Kultur. Es besteht Offenheit für neue Nutzungsformen.


