Diakonie: Die Kirche in Aktion

Frau Bretscher, welche Bedeutung hat Diakonie für die reformierte Kirche?
Diakonie ist eine der Kernaufgaben der Kirche. Neben der Verkündigung des Wortes geht es darum, den christlichen Glauben aktiv in die Tat umzusetzen. Das bedeutet, für Menschen in schwierigen Situationen da zu sein. Diese Nächstenliebe ist tief in der Bibel verwurzelt, etwa in der Geschichte des barmherzigen Samariters. Diakonie ist kein Zusatzangebot, sondern ein Kernpfeiler der Kirche.
Welche Themen prägen die Diakonie heute?
Bei der klassischen Diakonie, im Sinne solidarischen Handelns aus Nächstenliebe, geht es darum, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. Wir sprechen hier zum Beispiel von jungen Erwachsenen, die aufgrund familiärer, sozialer oder schulischer Herausforderungen den Halt verloren haben oder von Geflüchteten mit unfreiwilligem Migrationshintergrund. Diese Leute versuchen wir zu ermächtigen, ihr Leben wieder selbstständig zu gestalten und Fuss in unserer Gesellschaft zu fassen. Darüber hinaus geht es um die Stärkung der Gemeinschaft. Die Kirche ist ein Ort des Zusammenhalts, der Begegnung und Unterstützung bietet – auch dann, wenn man sich in keiner akuten Notlage befindet. Diese Gemeinschaft stiften wir mit unserer kirchlichen Arbeit und unseren vielfältigen Programmen in den Kirchgemeinden.
Zudem spendet die reformierte Kirchgemeinde Zürich Beiträge für diakonische Engagements an verschiedene Drittorganisationen. Wo liegt da der Schwerpunkt?
Im angebrochenen Jahr unterstützt die Kirchgemeinde Zürich die weltweite Diakonie mit insgesamt 1,32 Millionen Schweizer Franken. Ein Grossteil davon geht an das Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz (HEKS), Mission 21 und über den OeME-Kredit* in direkte Partnerschaftsprojekte der Kirchenkreise. Mit den Hilfswerken pflegen wir seit Jahren eine enge Zusammenarbeit und wissen, dass sie direkt vor Ort wertvolle Arbeit leisten. So können wir sicherstellen, dass die Mittel genau dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Gut 900 000 Schweizer Franken fliessen zudem in Partnerorganisationen im Inland, darunter der Verein PACE Sterbebegleitung.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Diakonie?
Ich wünsche mir, dass die Bedeutung der Diakonie weiterhin erkannt und geschätzt wird. Sie ist gelebte Nächstenliebe, stärkt die Gemeinschaft und schenkt Hoffnung. Und das ist etwas, das wir aktuell mehr denn je gebrauchen können.
*Die reformierte Kirchgemeinde Zürich stellt jedem Kirchenkreis jährlich Mittel zur Verfügung, um Vergabungen im Bereich Ökumene, Mission und Entwicklung zu tätigen, die dem Kreis wichtig sind und der Pflege von Beziehungen zu Partnerorganisationen in anderen Ländern dienen.
Die reformierte Kirchgemeinde Zürich unterstützt die Diakonie im In- und Ausland 2025 mit folgenden Beiträgen:
Weltweite Diakonie
HEKS: CHF 570 000
OeME-Kredit der Kirchenkreise: CHF 320 000
Mission 21: CHF 200 000
Übrige Partnerwerke: CHF 170 000
Nothilfe: CHF 60 000
Total Beiträge: CHF 1 320 000
Inländische Diakonie
Solidara Zürich: CHF 497 500
HEKS Inland: CHF 160 000
Diverse Projektbeiträge an Dritte: CHF 86 500
Nachbarschaftshilfe in der Stadt Zürich: CHF 77 000
Sozialbetriebe Christuszentrum: CHF 70 000
Seelsorge.net: CHF 25 000
Cevi Zürich: CHF 25 000
Suneboge Wohn- und Arbeitsgemeinschaft: CHF 20 000
Verein PACE Sterbebegleitung: CHF 10 000
Blaues Kreuz, Kantonalverband: CHF 10 000
Chrischtehüsli: CHF 10 000
SOS Bahnhofhilfe: CHF 10 000
Züri schenkt: CHF 2 000
Total Beiträge: CHF 1 003 000


