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Schnelle Hilfe ohne Hürden
Gemeinschaft & Engagement

Schnelle Hilfe ohne Hürden

Ob Café Yucca oder Isla Victoria – Solidara Zürich schafft Räume, in denen Menschen in schwierigen Lebens­lagen Unter­stützung, Nähe und Würde erfahren.
25.09.2025Kirchgemeinde
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Im Café Yucca gehören kostenlose Sozialberatungen selbstverständlich dazu – allein 2024 wurden sie 4200 Mal in Anspruch genommen.
Im Café Yucca gehören kostenlose Sozialberatungen selbstverständlich dazu – allein 2024 wurden sie 4200 Mal in Anspruch genommen. Meinrad Schade
Das Wichtigste auf einen Blick
Solidara Zürich hilft Menschen in Not unabhängig von Herkunft oder Religion. Mit Projekten wie Café Yucca und Isla Victoria bietet der Verein Unterstützung. Die Gesellschaft ist aufgerufen, Solidarität zu zeigen, da Einsamkeit und psychische Belastungen zunehmen und die Finanzierung fragil ist.

Solidara Zürich begleitet Menschen in Not – nieder­schwellig und unab­hängig von Her­kunft oder Reli­gion. Mit den Ange­boten Café Yucca und Isla Victoria schafft der Verein Räume der Nähe und Unter­stützung. Doch Einsam­keit und psychische Belastungen wachsen, die Finan­zierung bleibt fragil – die Gesell­schaft ist gefordert, Soli­dari­tät zu zeigen.

Der Verein Solidara Zürich steht für ein klares Ziel: Menschen in schwierigen Lebens­lagen sollen unkompli­ziert Hilfe erhalten – unab­hängig von Her­kunft, Geschlecht oder Religion. Seit 1862 enga­giert sich der Verein, damals noch als Zürcher Stadt­mission, für jene, die durch die Maschen der Gesell­schaft fallen. Heute ist Solidara als eigen­ständiger Verein organi­siert und getragen von einem ehren­amt­lichen Vor­stand mit kirch­licher Veran­kerung. Laut Geschäfts­führerin Beatrice Bänninger könne es praktisch alle treffen, dass sie in eine Not­lage gerieten: «Dafür gibt es fast so viele Gründe, wie es Menschen gibt: Unsere Auf­gabe ist es, zuzu­hören, Perspek­tiven ­aufzu­zeigen und die Menschen in ihrer Eigen­ständig­keit zu fördern.»

Kleine Dinge können den Unterschied machen

Im Zentrum der Arbeit von Solidara steht die Nieder­schwellig­keit. Beatrice Bänninger, ursprüng­lich Juristin, leitet den Verein seit 2016. Nach vielen Jahren in der Wirt­schaft ent­schied sie sich bewusst für diesen Schritt: «Es ist eine kleine Welt, in der man etwas bewirken kann – aber man kann tat­säch­lich etwas bei­tragen, und das ist wunder­schön», sagt sie. Wer die Hilfe von Soli­dara braucht, soll keine Hürden über­winden müssen: keine kompli­zierten Anmel­dungen, keine langen Warte­zeiten. Ein Teller warmes Essen, ein Gespräch, ein ruhiger Platz – oft sind es die kleinen Dinge, die Vertrauen schaffen.

Engagiert, kompetent – trotz knapper Ressourcen

Das aus ressourcen­technischen Gründen kleine Team mit 23 Mitar­beitenden ist bewusst viel­fältig: Sozial­arbeitende, Jurist:innen und Men­schen mit medi­zinischem oder natur­wissen­schaft­lichem Hinter­grund bringen ihre Erfahrung ein. Und trotz sehr knapper Ressourcen steht hohe Pro­fessiona­lität an erster Stelle – dank Super­vision, regel­mässigem Aus­tausch sowie indi­vidu­ellem Coaching nach Bedarf. «Unsere Arbeit ist extrem anspruchs­voll. Höchster Respekt gebührt unseren Mitar­beitenden», so die Geschäfts­führerin.

Café Yucca: Wohnzimmer für Menschen in Not

Die Pro­jekte von Solidara schenken Menschen Nähe, Unter­stützung und Würde: Das Café Yucca bei­spiels­weise ist für viele ein erwei­tertes Wohn­zimmer, ein Ort zum Essen, Aus­ruhen und An­kommen. Wer in einer psychischen Krise steckt, wohnungs­los oder ein­sam ist, findet hier fach­liche Beratung: Sozial­arbeitende helfen bei admini­stra­tiven Fragen und unter­stützen in schwierigen Lebens­lagen. So ent­steht aus einem nieder­schwelligen Ange­bot oft eine trag­fähige Beglei­tung. Auch die Passant*innen­hilfe Yucca+, seit Jahren mit kirch­licher Unter­stützung ins Yucca einge­bunden, bietet unbüro­kratische Sofort­hilfe: Menschen in akuten Not­lagen erhalten hier rasch Unter­stützung – getragen von der Über­zeugung, dass Hilfe schnell und unkompli­ziert sein muss.

Mit vollem Bauch sieht die Welt schon besser aus: Die Verpflegung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts vom Café Yucca.
Mit vollem Bauch sieht die Welt schon besser aus: Die Verpflegung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts vom Café Yucca.
Florian Bachmann

Angebote sorgen für geschützten Rahmen

Mit Isla Victoria richtet sich Soli­dara an Men­schen in der Pros­ti­tu­tion. Sie finden hier einen ge­schützten Raum, Beratung und Beglei­tung. Gesund­heit­liche Fragen stehen im Vorder­grund: kosten­lose Tests und Prä­ven­tion gehören eben­so dazu wie auf­suchende Arbeit in Clubs. Ein weiteres Ange­bot ist der Mittags­tisch – viel­fältig, gesund und für nur zwei Franken erhält­lich. Ver­trauen braucht viel Zeit, doch auch hier zeigt sich Soli­daras Stärke: gedul­dig, beharr­lich und respekt­voll. Und schliess­lich gibt es ein Pro­jekt, das bewusst auf beson­ders ver­letz­liche Gruppen eingeht: Fraueziit richtet sich an wohnungs­lose Frauen. Gemein­sam mit Partner­organi­sationen wurde ein geschützter Rahmen ge­schaffen, der Sicher­heit und Stärkung ermög­licht – ein stark frequen­tiertes Ange­bot, das heute unver­zicht­bar geworden ist.

Finanzierung bleibt fragil

Solidara wirkt viel­fältig – und ist gleich­zeitig mit zahl­reichen Heraus­forde­rungen konfron­tiert: Zwar ist die Stadt Zürich reich an sozialen Ange­boten, doch viele Men­schen fallen durch die Maschen, weil Sprache, Digi­tali­sierung oder Büro­kratie den Zugang er­schweren. «Öffent­liche Stellen leisten viel», sagt Beatrice Bänninger, «doch häufig scheitert es an Details. Wer keine digi­tale Kompe­tenz hat oder die Amts­sprache nicht ver­steht – was übrigens auch bei vielen Schweizer:innen der Fall ist –, bleibt draussen.» Für Solidara bedeutet das, dort einzu­springen, wo andere an Grenzen stossen. Gleich­zeitig sei die Finan­zierung alles andere als gesichert. Nur ein Viertel des Budgets stammt aus Leistungs­auf­trägen der öffent­lichen Hand, knapp 40 Prozent von kirch­lichen Partnern, rund 35 Prozent aus Spenden und Kollekten. Ein­nahmen aus eigenen Ange­boten sind marginal. Der Rück­zug einzelner Partner ver­schärft die Lage: «Wir sind deshalb sehr dank­bar für jede private Spende», so Beatrice Bänninger, «denn je mehr sich insti­tutio­nelle Partner zurück­ziehen, desto wich­tiger wird das Engage­ment von Einzelnen.» Die refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich unter­stützt Solidara jähr­lich mit rund einer halben Million Franken.

Wohl der Schwachen ist entscheidend

Die Arbeit von Soli­dara spiegelt im Grunde ein gesell­schaft­liches Problem wider: Ein­sam­keit und psychische Belas­tungen nehmen zu, die An­forde­rungen an soziale Arbeit steigen stetig: «Probleme von Personen in schwierigen Lebens­lagen sind immer Probleme und Ver­ant­wortung der gesamten Gesell­schaft», so die Geschäfts­leiterin von Solidara. So stehe es auch in der Bundes­verfassung: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.» Solidara kann so als Spiegel dessen, wie wir Ver­ant­wortung für­einander über­nehmen, gesehen werden: Und wer Solidara unter­stützt, trägt dazu bei, dass die Türen für Menschen in Not offen­bleiben – auch in Zukunft.

Solidara Zürich

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