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Nie zu alt fürs Smartphone: Junge zeigen wie
Gemeinschaft & Engagement

Nie zu alt fürs Smartphone: Junge zeigen wie

Im Handy-Café geben Jugend­liche Senior:innen Tipps und Tricks zu ihrem Smart­phone. Dies stärkt den Aus­tausch zwischen den Gene­ra­tionen.
10.12.2024Kirchenkreis sechs
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Lukas Bärlocher
Das Wichtigste auf einen Blick
Im Handy-Café im Kirchenkreis sechs unterstützen Jugendliche ältere Menschen bei der Nutzung ihrer Smartphones. Das generationenübergreifende Projekt fördert die digitale Kompetenz und den Austausch zwischen Jung und Alt. Jugendliche helfen Senioren bei Apps, Nachrichten und Videoanrufen, um die ältere Generation digital fit zu machen.

Im Handy-Café im Kirchen­kreis sechs unter­stützen Jugend­liche ältere Menschen bei der Hand­habung ihres Smart­phones. Das gene­rationen­über­grei­fende Projekt fördert nicht nur die digi­tale Kompe­tenz der Senior:innen, sondern auch den Aus­tausch zwischen Jung und Alt.

Die ältere Frau schaut ver­zweifelt auf ihr Smart­phone: «Was mache ich denn falsch? Ich schaffe es einfach nicht, ein Zug­billett zu lösen!» An den Tischen im Kirch­gemeinde­haus sitzen Jugend­liche mit Senioren und Senio­rinnen, vor ihnen die eine oder andere Lese­brille. Ein Mädchen er­klärt der Seniorin gedul­dig, wie sie mit wenigen Schritten das Billett in der App lösen kann. «Schreib es dir besser auf, damit es beim nächsten Mal klappt», rät das Mädchen. Die ältere Frau zückt schnell ihr Notiz­buch. «End­lich kann ich die Fotos meiner Enkelin an­schauen und auf ihre Nach­richten ant­worten», hört man einen älteren Herrn in einer Ecke jubeln. Die beiden Jugend­lichen neben ihm grinsen sicht­lich stolz.

Das Handy-Café im Kirchen­kreis sechs bringt Senior:innen mit Jugend­lichen aus dem Quartier zu­sammen. Ob Apps instal­lieren, Nach­richten und Fotos ver­senden oder einen Video­call machen – die Schüler:innen stehen den Senior:innen mit Tat und Rat zur Seite. So wird die ältere Gene­ra­tion digital fit. In unserer digi­ta­li­sierten Welt sind Smart­phones zu un­ver­zicht­baren Be­gleitern ge­worden. Für viele ältere Menschen stellen die mobilen Geräte jedoch eine fast unüber­wind­bare Her­aus­for­de­rung dar. Sie kennen sich mit Tech­nik meist zu wenig aus und trauen sich die Nutzung der Smart­phones nicht zu.

Das Handy-Café als Begegnungsraum

Seit 2019 gibt es das Handy-Café im Kirch­gemeinde­haus Unter­strass. Initi­iert wurde es von Irmgard Steiner mit Nicole Colacicco von der Spitex Zürich Limmat. Auf der Suche nach Räum­lich­keiten wandte sich die Spitex an die refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich. Sarita Ranjitkar, Sozial­diakonin im Kirchen­kreis sechs, beglei­tet seither das Ange­bot und bezeichnet es als Mehr­wert für beide Insti­tu­tionen: «Viele Menschen haben vor­ge­fertigte Meinungen dazu, wie Jugend­liche, aber auch Senior:innen sind. Bei diesem Gene­ra­tionen­pro­jekt werden sie eines Besseren belehrt. Die Jugend­lichen gehen un­glaub­lich gedul­dig auf die älteren Menschen ein und die Senior:innen schätzen die Unter­stützung und den Aus­tausch.» Das Handy-Café findet alle zwei Monate statt und dauert zwei Stunden. Neben jemandem von der Kirch­gemeinde und von der Spitex sind Sechst­klässler:innen im Alter zwischen 11 und 12 Jahren von der Schule Wein­berg invol­viert. Nach einer kleinen Ein­führung klären die Schüler:innen während einer Stunde inten­siv die Fragen der Senior:innen zum Smart­phone. Danach gibt es einen Imbiss und Zeit für Ge­spräche. Manch­mal spielen die Jugend­lichen am Klavier, das im Kirch­gemeinde­haus steht. «In unserer Kultur ist der Kontakt zwischen den Gene­ra­tionen selten. Findet kein Aus­tausch statt, so können all­fällige Berührungs­ängste auch nicht weichen», so Sarita Ranjitkar.

Lukas Bärlocher

Generationenprojekt auf Erfolgskurs

Das Handy-Café ist beliebt – bei den Schüler:innen und bei den teil­nehmenden Senior:innen. Sarita Ranjitkar wird immer wieder von anderen Kirch­gemeinden kon­tak­tiert, die ebenfalls ein Handy-Café an­bieten möchten. Ab 2025 gibt es ein Handy-Café im Kirchen­kreis drei. Ein weiteres Handy-Café im Kirchen­kreis sechs neigt sich dem Ende zu. Die Senior:innen gehen digital gestärkt nach Hause. Die ältere Dame, die nun weiss, wie man Billette auf dem Smart­phone löst, posiert stolz zwischen den beiden Schülerinnen für ein Selfie.

Auskünfte bei Sozial­diakonin Sarita Ranjitkar

Sarita Ranjitkar

Arbeitsschwerpunkte: Erwachsene, Senior:innen, Sozialdienst und Arbeitsintegration. Anwesend: Dienstag–Donnerstag (9 bis 17.30 Uhr)

Sarita Ranjitkar Altorfer
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