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Mir säged Danke: Astrid Portmann
Gemeinschaft & Engagement

Mir säged Danke: Astrid Portmann

Seit Jahren engagiert sich Astrid Portmann (87) beim Besuchsdienst «va bene» für betagte Menschen. Ein Hilfsangebot, das auch ihr eigenes Leben stärkt.
04.03.2025Kirchenkreis sechs
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Astrid Portmann
Anja Hürlimann

Jeden Montag nach dem Mittag­essen macht sich Astrid Portmann (87) auf den Weg ins benach­barte Alters­zentrum Scheuchzer­strasse in Zürich, um Elsbeth Schorno (92) zu besuchen. Vor vier Jahren führte der Besuchs­dienst «va bene» die beiden Damen zusammen. Seither spielen sie regel­mässig Gesell­schafts­spiele, tauschen sich über das Leben aus und geniessen ihre späte Freund­schaft.

Wenn Astrid Portmann am Küchen­tisch Platz nimmt, holt Elsbeth Schorno stets ihre schönsten Porzellan­tässchen aus dem Schrank. Die Freude über das Wieder­sehen ist gross. Bei Kaffee und Guetzli wird dann geplau­dert und Rummy ge­spielt. Nicht selten ver­gessen die beiden völlig die Zeit. «Sie will mich meistens gar nicht mehr gehen lassen, darum bin ich häufig mehrere Stunden bei Elsbeth. Bis es fast dunkel wird, wie jetzt im Winter.»

«Ich brauche keinen Dank. Mir reicht, wenn man es zusammen lustig hat. Humor ist mir wichtig.»
Astrid Portmann

Besuchsdienst als Win-Win-Angebot

Zeit mit Elsbeth Schorno zu ver­bringen und damit deren Ein­sam­keit ent­gegen­zuwirken, anderen zu helfen, ist ein Lebens­elixier für die ehe­malige Pflege­fach­frau Astrid Portmann. Diverse Hobbies wie das Musi­zieren oder die engen Familien­bande zu ihren drei Kindern und fünf Enkeln füllen Astrid Portmanns Alltag aus. Trotz­dem könnte sie ohne die ehren­amt­lichen Auf­gaben nicht sein. «Soziale Kon­takte sind wichtig im Leben, sonst wird man ein­sam», betont sie.» Für Elsbeth Schorno da zu sein, gebraucht zu werden, helfe letzt­lich auch ihr selbst. Über lange Jahre hat sie Men­schen im Nach­bar­schafts­dienst betreut. Meist bis zu deren Tod. «Wenn ich kam, hatten sie immer Freude. Das über­trägt sich. Es macht einem selbst auch Freude, wenn man jemandem helfen kann. Ich habe ein­fach ein Helfer­syndrom.» erklärt sie lachend und erwähnt gleich im nächsten Satz, dass es ihr heute, wo sie nach einer Knie­opera­tion selbst auf fremde Hilfe ange­wiesen ist, so gar nicht leicht fällt, diese anzu­nehmen.

Dienst gegen Einsamkeit und Langeweile

Für viele Menschen ist es im Alter eine grosse Hürde, auf neue Bekannt­schaften zuzu­gehen. Darum ver­bindet «va bene» Menschen, die möglichst lange selbst­bestimmt in ihrem Zuhause leben und Bezie­hungen pflegen wollen. Geschulte Frei­willige wie Astrid Portmann über­nehmen dann regel­mässige Besuchs­dienste. Nachdem Elsbeth Schorno eine enge Freundin verlor, stellte eine Betreuerin die Damen ein­ander vor. «Wir waren uns sofort sympa­thisch und so haben wir gesagt – das machen wir!» erklärt Astrid Portmann und Elsbeth Schorno pflichtet nickend bei: «Wir ver­stehen uns gut und es ist immer unter­halt­sam.»

«Wenn man jemanden so lange besucht, ent­steht eine Freund­schaft. Dafür brauche ich keinen Dank. Mir reicht, wenn man es zusammen lustig hat. Ich nehme das Leben so wie es ist und mit Humor,» betont Astrid Portmann und die beiden Damen lächeln sich viel­sagend zu.

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