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Kandidierende für die Erneuerungswahlen der Kirchenpflege

Kandidierende für die Erneuerungswahlen der Kirchenpflege

Die Kirchenpflege ist das leitende und vollziehende Organ der Kirchgemeinde (Exekutive). In den Erneuerungswahlen werden die sieben Mitglieder inklusive Präsidentin oder Präsident für die Amtsdauer 2026–2030 neu gewählt. Sechs Kandidierende schafften im ersten Wahlgang vom 12. April den Einzug in die Kirchenpflege. Der zweite Wahlgang für den verbleibenden Sitz findet am 14. Juni 2026 statt. Für den zweiten Wahlgang haben sich Christian Aebi (Dr. iur., Lehr- und Forschungsbeauftragter Universität), Lukas Bärlocher (Projektleiter Kommunikation, Public Manager, Fotograf, Primarlehrer) sowie Marcel Roost (Dr. oec., Finanzexperte) entschieden. Die sechs weiteren Kandidierenden haben sich entschieden, ihre Kandidatur nach dem ersten Wahlgang zurückzuziehen.

Folgende Personen kandidieren für den verbleibenden Sitz in der Kirchenpflege am 14. Juni 2026:

Christian Aebi, neu

1963, Dr. iur., Lehr- und Forschungsbeauftragter Universität Luzern
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, wohnt im Kreis 5
  • Team: Mona Schatzmann

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Ich engagiere mich gern für unsere Kirche und sehe das Amt als wichtige Aufgabe für die Leitung und Entwicklung der Kirchgemeinde. Als ehemaliger Leiter einer kantonalen Staatsanwaltschaft bin ich es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden. Teamarbeit ist mir wichtig. Seit 2018 wirke ich in verschiedenen Kommissionen der Kirchgemeinde mit.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Kirche lebt ebenso von traditionellen wie von modernen und innovativen Formen des Christseins. Mir ist es ein Anliegen, sowohl Tradition als auch Innovation Raum zu geben und weiterzuentwickeln. Dazu gehören vielfältige Gottesdienste, Seelsorge und diakonische Angebote – lokal wie gesamtstädtisch. Der Dialog mit allen Beteiligten ist zentral, um Zugehörigkeit innerhalb der Kirche und gegenüber der Gesellschaft zu stärken.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Kirche soll spürbar und präsent sein. Sie findet vor Ort in den Kirchenkreisen statt; diese Verbundenheit gehört zur DNA unserer Kirche. Ich möchte im Dialog die Autonomie der Kirchenkreise stärken und zugleich die gesamte Kirchgemeinde Zürich im Blick behalten. Attraktive, zeitgemässe Angebote können neue Mitglieder gewinnen und Austritte bremsen. Die freiwillige Mitarbeit soll weiter profiliert werden. Mit finanziellen Mitteln gilt es sorgsam umzugehen. Mit dem Team von Mona Schatzmann als Präsidentin, Anke Beining-Wellhausen, Michael Braunschweig, Michael Hauser und Stefan Thurnherr schaffen wir das!

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Gott ist die Kraft, die mich beständig durch das Leben trägt.

gewählt im 2. Wahlgang

Lukas Bärlocher, neu

1993, Projektleiter Kommunikation, Public Manager, Fotograf, Primarlehrer
E-Mail | Website

  • Privat: in einer Partnerschaft, lebt in einer Hausgemeinschaft
  • Hobbys: Wandern und Skitouren, Tanzen, Hündin Coco, leidenschaftlicher Gastgeber, Lastenvelo, Achtsamkeitscoach
  • Team: Verantwortung - Dialog - Zukunft

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Weil ich zutiefst an die Zukunft unserer Kirche glaube. Ich will mich nicht damit abfinden, dass wir an Relevanz verlieren, denn die Botschaft der Hoffnung ist aktueller denn je. Seit meiner Jugend engagiere ich mich für eine Kirche, die auch meine Generation erreicht. Mein Ziel sind Strukturen, die beflügeln statt lähmen. Wir müssen Ressourcen mutig dort investieren, wo wir sichtbar sind und echten gesellschaftlichen Mehrwert stiften.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Kirche ist für mich der Nährboden für das Lebendige. Ob im Cevi oder in meiner heutigen Hausgemeinschaft: Wir teilen Alltag, Konflikte und Spiritualität. Meine Vision ist eine Kirche, einladend wie ein Wohnzimmer, mutig wie ein Start-up und tiefsinnig wie ein stilles Gebet. Ich stehe für eine Kultur des Ermöglichens, die im Wandel mutig fragt, was wachsen darf, und die bedingungslos für Menschen da ist.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Der Mitgliederschwund verlangt Handeln: Wir müssen den Generationenwechsel aktiv gestalten. Mein Fokus liegt auf Investitionen in Formate für die nächste Generation statt in Immobilien. Durch finanzielle Gestaltungsfreiheit stärken wir den unternehmerischen Mut in den Kirchenkreisen und bauen die digitale Präsenz aus. Echte Zukunft entsteht, wenn wir der Jugend heute Vertrauen, Verantwortung und Ressourcen geben.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Gott ist mein Anker im Gebet und meine Kraft in der Gemeinschaft. Er begegnet mir in der Stille und dort, wo wir einander in den Brüchen des Lebens tragen. Glaube ist für mich keine Theorie, sondern die Freiheit, jeden Tag mutig und voller Vertrauen aufzubrechen.

Marcel Roost, neu

1972, Dr. oec., Finanzexperte
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, ein Sohn, zwei Maine-Coon-Katzendamen
  • Hobbys: Lesen, Reisen, Briefmarken sammeln
  • Team: 7 G

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Ich will für unsere Reformierte Kirche Zürich wichtige Entscheide stärker demokratisch abstützen und mit einer ausgeglichenen Finanzpolitik den notwendigen Handlungsspielraum für die Zukunft schaffen. Mit meiner langjährigen Finanzerfahrung und meiner hohen Motivation bringe ich das notwendige Rüstzeug mit, um das finanzielle Gleichgewicht unserer Kirchgemeinde langfristig zu sichern und uns schmerzhafte Einschnitte zu ersparen.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Mir ist die Vielfalt an Meinungen und Glaubensstilen in unserer Reformierten Kirche Zürich ein Anliegen. Bei uns soll ein Wind der Freiheit wehen und das reformierte Profil sicht- und spürbar sein. Konkret liegen mir besonders gute Verkündigung, gelebte Diakonie, Freiwilligenarbeit und Musik am Herzen.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Herausforderungen sind: der Bedeutungsverlust, der Mitgliederschwund, der künftige Mangel an Pfarrpersonen sowie der nachhaltige Umgang mit unseren Vermögenswerten. Ich habe keine Patentrezepte, aberden starken Willen, unseren Mitarbeitenden strukturell den Rücken freizuhalten, damit sie sich auf den Kernauftrag konzentrieren können. Wesensfremde Ansprüche an die Kirche («alles für alle sein») lehne ich ab. Der kirchliche Auftrag ist in der Kirchenordnung klar umrissen und lässt keinen beliebigen Interpretationsspielraum zu.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Ich glaube an eine Omnipräsenz Gottes. Am nächsten bin ich Gott im Alltag bei meiner täglichen Bibellektüre, beim Beten wie auch in schwierigen Lebenssituationen, in denen ich gelegentlich ein Stossgebet absetze.

Im ersten Wahlgang vom 12. April 2026 gewählt wurden:

auch fürs Präsidium | gewählt im 1. Wahlgang (Präsidium)

Andreas «Res» Peter, bisher

1964, Pfarrer, Notfallseelsorger und Sozialethiker
E-Mail | Website

  • Privat: Patchworkfamilie
  • Hobbys: Lesen, Kochen, Kino, Organisation von Reisen, Lagottohund
  • Team: 7 G

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Die Kirche ist DAS Kompetenzzentrum für Feiern, Freude, Begleitung, Trost und Rituale, die tragen. Es darf auch mal etwas scheitern. Stehen wir auf, probieren wir es anders – und scheitern vielleicht wieder, diesmal einfach besser. Für die dafür nötigen Strategien und neuen Spielräume möchte ich mich mit Leidenschaft, Herz, Erfahrung und darum mit Gelassenheit einsetzen, als Teamplayer und Moderator.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Glaube, Hoffnung, Versöhnung, Liebe und Zukunft: Dafür steht die Kirche ein. Weil ihr das Reich Gottes Inspiration ist, mischt sie sich im Alltag ein, für Gerechtigkeit, Frieden und das Bewahren der Schöpfung.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Die grosse Kirchgemeinde kann mehr! Insbesondere kann sie weitere und noch kaum geahnte Netzwerke spannen, als wenn es noch 34 Einzel­gemeinden wären. Diesen fantastischen und historischen Moment gilt es heute zu bespielen. Gleichzeitig ist Kirche zuallererst ein Netzwerk von Menschen im Quartier. Das ist Teil ihrer DNA. Diese Spannung gilt es auszuhalten. So «suchen wir der Stadt Bestes!»

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Der Ewigen bin ich noch nie mit Sicherheit begegnet. Ich bin mir aber gewiss, dass der Ewige mir schon begegnet ist. Er kennt mich jetzt. Ich vertraue darauf, dass die Ewige mir trotzdem wieder begegnen wird. Ich spüre und ahne etwas von Gott in Gedichten, Liedern, der Natur, in Blicken, Gesten und freundlichen Taten von Menschen, in der Bibel und unter dem (Predigt-)Wort. Dort heisst es: «Fürchte dich nicht! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist und bleibst mein!»

auch fürs Präsidium | gewählt im 1. Wahlgang

Mona Schatzmann, neu

1964, freischaffende Künstlerin, Gastronomin, Buchhändlerin
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, Mutter von zwei Kindern
  • Hobbys: Essbare Wildpflanzen und Pilze, Sport
  • Team: Mona Schatzmann

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Für mich ist die Kirche ein relevanter Gegenpol zur einer gewinnorientierten Gesellschaft, die immer mehr auseinander driftet. Sie ist ein Ort der Gemeinschaft und der Sinnsuche. Ich möchte meine zwölfjährige Erfahrung aus verschiedenen Funktionen an der Basis zur Weiterentwicklung der Kirchgemeinde einbringen. Das Positive konsolidieren und – wo Handlungsbedarf besteht – anpassen. Dies zusammen mit meinem kompetenten Team.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Die Willkommenskultur und das gemeinsame Feiern sind für mich zentrale Werte. Die Kirche ist ein Ort, wo man nicht aufgrund besonderer Fähigkeiten oder Leistung angenommen wird. Sie ist ein Vorbild für friedliche Akzeptanz und respektvolles Miteinander, Freude und Zuversicht. In einer zunehmend säkularen Welt bietet die reformierte Kirche Halt und spirituelle Heimat.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Die Kirche hat eine soziale Verantwortung. Armut, Einsamkeit, Migration, psychische Belastungen – hier muss die Kirche verlässlich präsent sein. Die diakonische Arbeit soll gestärkt und in Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen professionell weiterentwickelt werden. Wir müssen am Image der Kirche arbeiten und die Sichtbarkeit verbessern. Die Menschen müssen wissen, warum wir machen, was wir machen, und wo sie uns finden.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Gott ist in mir und um mich herum. Ich bin ein Teil von allem. Das gibt mir Sicherheit und Zuversicht.

gewählt im 1. Wahlgang

Michael Braunschweig, bisher

1983, Dr. theol., Dr. sc. med. cand., Dozent für Ethik, Universität Zürich
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, zwei Kinder, wohnt seit 13 Jahren im Kreis 5
  • Team: Mona Schatzmann

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Die Kirchenpflege wird sich fast komplett neu zusammensetzen. In so einer Phase braucht es nicht nur frischen Wind, sondern auch Wurzeln. Ich kandidiere im Team Mona Schatzmann, damit die Aufbauarbeit der letzten Jahre nicht abbricht, sondern mit Erfahrung und Kontinuität sicher in die nächste Etappe geführt wird.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Kirche ist für mich dann glaubwürdig, wenn sie dort ist, wo das Leben passiert. Das reicht von der stillen Seelsorge bis zum lautstarken Einsatz für Benachteiligte. Mir ist wichtig, Gott im Alltag neu zu entdecken – oft ganz unerwartet in der Begegnung mit anderen Menschen. Ob beim Feiern, beim Trösten oder beim gemeinsamen Anpacken: Wir begleiten Menschen durch den ganzen Lebensbogen.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Wir müssen unsere Hausaufgaben machen: Eine kluge Immobilienstrategie ist kein Selbstzweck, sondern das Fundament, damit wir finanziell handlungsfähig bleiben. Aber: Gebäude sind nur die Hülle. Die wahre Chance liegt darin, als Kirche wieder hörbar und relevant zu sein. Ich stehe für eine Kultur der Wertschätzung – sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für jedes einzelne Mitglied. Wenn die Kasse stimmt, haben wir den Rücken frei für das Wesentliche: Für die Menschen da zu sein.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Im Angesicht des und der Anderen.

gewählt im 1. Wahlgang

Michael Hauser, bisher

1964, Unternehmer, dipl. Arch. ETH/MBA, Brückenbauer für Immobilienentwicklungen, Verwaltungs- und Stiftungsrat
E-Mail | Website

  • Privat: lebt mit seinem Partner im Quartier Selnau
  • Team: Mona Schatzmann

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Mit dem Haus zur Diakonie, der Umnutzung der Bullinger- zur Parlamentskirche, dem Neubau Glaubten für die Stiftung Pfarrer Sieber, der Sanierung St. Peter, zahlreichen Mittagstischen, CO2-freien Heizungen und Photovoltaik sind Projekte gelungen. Ich schätze das Engagement von Pfarrpersonen, Mitarbeitenden und Freiwilligen und kenne die Qualitäten der Kirchenkreise vor Ort. Das motiviert mich, im Team Mona Schatzmann erneut anzutreten.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

In der zunehmend pluralistischen Gesellschaft ist Offenheit entscheidend. Auch jüngere und kirchenferne Mitglieder sollen sich bei uns zu Hause fühlen. Als kleiner werdende Landeskirche müssen wir Partnerschaften suchen und auf andere Religionsgemeinschaften zugehen, um relevant und sichtbar zu bleiben. Ich setze mich für eine Immobilienpolitik ein, die bei unseren Mitgliedern mehrheitsfähig ist: faire und sichere Erträge erwirtschaften, zusätzliche, idealerweise öffentliche Nutzungen in unseren Häusern und Brachen entwickeln.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Wir müssen das Vertrauen unserer Mitglieder laufend neu gewinnen. Die aktuell gesunden Finanzen sollen im Lot bleiben, damit auch die nächste Generation Ideen umzusetzen kann. Unsere Programme müssen noch besser mit der Nachfrage in Wechselwirkung sein. Für den Erfolg ist der Dialog auf Augenhöhe mit den Kirchenkreisen entscheidend.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Gott begegnet mir täglich im Umgang mit Menschen und beim Singen.

gewählt im 1. Wahlgang

Anna Katharina Hotz Semadeni, neu

1979, dipl. Architektin AAM/SIA, Inhaberin Atelier Semadeni Hotz, im Programm Team Freundeskreis Grossmünster
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, vier Kinder
  • Hobbys: Bewegung in der Natur, Schwimmen, Yoga, Musik (Klavierspiel), Lesen, Segeln, Kultur und Reisen
  • Team: 7 G

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Unsere Welt ist schnelllebig, rationalisiert und ökonomisiert. Mein Berufsleben als Architektin mit Bautätigkeit ist es ebenso. Die Kirche bildet einen Gegenpol. Gern möchte ich mich in meinem Leben für die Gemeinschaft einsetzen, die mir schon seit Kindheit wichtig ist (Grossfamilie, elf Jahre Pfadfinder, Studium Accademia Mendrisio, Leben im sozialen Gefüge der Altstadt). Wir wohnen seit zwölf Jahren neben dem Grossmünster und pflegen einen sehr guten Kontakt zu den Pfarrpersonen. Seit drei Jahren engagiere ich mich im Programm-Team «Freundeskreis Grossmünster». Die Kirche bewegt viel Gutes, da möchte ich mitwirken.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Das Einstehen für Frieden, Ethik und die Schwächsten, der Zusammenhalt in der Gesellschaft. Die reformierte Kirche sehe ich als identitätsstiftendes Kulturgut, das gestärkt werden muss. Die gemeinsamen Feiern, die Diakonie und die Seelsorge sind für mich zentral. Die Kirche setzt sich mit sinnvollen Projekten für die gesamte Gesellschaft ein. Meine Familie und ich, wir fühlen uns von der Kirche getragen – jetzt möchte ich etwas zurückgeben.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Bezug zu Quartieren stärken, Partizipation der Mitglieder, Vernetzung mit Institutionen, Image aufbessern, Finanzen stärken durch eine klare, sozial- und städtebauverträgliche und gut kommunizierte Immobilienstrategie.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Bei unerwarteten Glücksmomenten, oft in unberührter Natur, bei Begegnungen mit herzlichen, hilfsbereiten Menschen, wenn meine Kinder Nähe suchen und am Abend, wenn ich zufrieden im Bett liege und Gott danken kann.

gewählt im 1. Wahlgang

Céline Germaine Reymond, neu

1993, MSc Facility Management, selbstständig Marketing & Kommunikation
E-Mail | Website

  • Privat: verheiratet, 3 Kinder
  • Hobbys: Aerobic und Fitness, Familienzeit, Baden in der Limmat, Auszeit im Tessin, Feuerschalengespräche mit Nachbarn
  • Team: 7 G

Weshalb kandidieren Sie für die Kirchenpflege?

Ich kandidiere, weil ich eine klare und ambitionierte Vision für die Kirchgemeinde Zürich habe. Mit Energie, Verantwortung und Leidenschaft möchte ich mich für eine Kirche einsetzen, auf die ihre Mitglieder stolz sind – eine Kirche, die Orientierung bietet und sowohl am Sonntag als auch im Alltag relevant bleibt. Mir ist eine mutige, zukunftsorientierte Kirche wichtig, die offen für neue Formen ist und zugleich fest in ihrer Tradition und ihrem kirchlichen Auftrag verwurzelt bleibt. Ein Balanceakt zwischen Wandel und Bewahrung.

Welche Werte und Tätigkeiten der Kirche sind Ihnen besonders wichtig?

Mir sind alle kirchlichen Angebote wichtig – die bewährten ebenso wie neue, innovative Formen, die auf heutige Lebensrealitäten reagieren. Kirche soll ein Ort sein, an dem Menschen ankommen dürfen, zur Ruhe kommen und auftanken können, um gestärkt weiterzugehen – getragen von Glauben und Gelassenheit.

Welchen Herausforderungen sehen Sie die Reformierte Kirche Zürich in der kommenden Legislatur ausgesetzt – und wie möchten Sie diesen Herausforderungen gegenübertreten?

Die rückläufigen Mitgliederzahlen sehe ich als Herausforderung und Chance. Als Chance, neu zu fragen, was Kirche heute bedeutet und wie sie relevant bleiben kann. Entscheidend ist meiner Meinung nach ein zeitgemässes, innovatives Mitgliederkonzept mit echter Partizipation, das Menschen einlädt, sich einzubringen, mitzugestalten und sich zugehörig zu fühlen.

Wo im Alltag begegnen Sie Gott?

Besonders nahe ist mir Gott im Alltagsglück – wenn Kinder lachen, wachsen und kleine wie grosse Wunder sichtbar werden. Auch da, wo ich in unsicheren Momenten Halt spüre und erfahre – da ist Gott.