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Was bedeutet «Herrlichkeit»?
Gottesdienste & Feiern

Was bedeutet «Herrlichkeit»?

Ungewöhnlicher Titel, aussergewöhnliche Veranstaltung: Die Veranstaltungsreihe «Gott ist keine Spiesserin» sucht alternative Zugänge zu traditionellen Themen – und findet sie in der Regel auch.
21.10.2026Marius LeuteneggerKirchgemeinde
Geschätzte Lesedauer: 3min
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Porträt einer Person mit kurzem dunklem Haar, Brille und dunkler Jacke vor einem grauen, gemusterten Hintergrund.
«Eine Wucht»: Die römisch-katholische Theologin Eva-Maria Faber. Theologische Hochschule Chur

Zehn Mal im Jahr finden in der reformierten Kirchgemeinde Zürich unter dem Titel «Gott ist keine Spiesserin» experimentelle Gottesdienste «jenseits von Herr und Herrlichkeit» statt. Was bedeutet der provokant klingende Untertitel? Der Frage geht die Veranstaltung vom 7. November in der Alten Kirche Fluntern nach.

Vor drei Jahren wurde die Reihe «Gott ist keine Spiesserin» ins Leben gerufen. Dahinter stehen engagierte Pfarrerinnen aus der ganzen reformierten Kirchgemeinde Zürich. «Jede Pfarrerin, die möchte, kann sich beteiligen», sagt Chatrina Gaudenz, Pfarrerin im Kirchenkreis sieben acht und Mitglied der Gruppe. Die Reihe umfasst jährlich etwa zehn «experimentelle Gottesdienste jenseits von Herr und Herrlichkeit», wie der Untertitel lautet. Die Anlässe, die jeweils am 7. des Monats um 7 Uhr abends stattfinden, sollen auf vielfältige Weise Bedeutung und Potenzial der feministischen Theologie sichtbar machen. Es gibt Poetry Slams, neue Gottesdienstformen mit Tanz und Stimme, alternative Zugänge zu Bibelzitaten und so weiter. Das kommt an, die Reihe, in verschiedenen Kirchen durchgeführt, wird gut besucht. «Es ist fast so etwas wie eine Gemeinde entstanden, die von Veranstaltung zu Veranstaltung zieht», sagt Chatrina Gaudenz Pfarrerin im Kirchenkreis sieben acht. Erreicht würden auch Menschen, die man sonst eher nicht in einem Gottesdienst antrifft – und auch solche von ausserhalb der Stadt.

Gloria gleich Herrlichkeit?

Beim Gottesdienst, der am 7. November von 19 bis 21.30 Uhr in der Alten Kirche Fluntern stattfindet, will Chatrina Gaudenz «eine Reflexionsschlaufe» einlegen. Der Untertitel der Veranstaltungsreihe soll, ausgehend von Jesaja 45, 5–7, unter die Lupe genommen werden. Was stand für «Herr» im hebräischen Original? Welche Qualitäten wurden diesem «Herren» damals zugesprochen? Wie verwandelten sie sich im Laufe der Zeit? Was schwingt bei dem deutschen Begriff «Herr» heute mit? Und was bedeutet eigentlich «Herrlichkeit»? Interessanterweise haben die Übersetzungen in andere Sprachen eine deutlich andere Note. In lateinischen Bibeln zum Beispiel ist von «Gloria» die Rede, wo es in deutschen «Herrlichkeit» heisst. Klar wird: Sprache ist komplex, kontext-, zeit- und kulturabhängig. «Ich wünsche mir, dass wir verantwortungsvoll damit umgehen», sagt Chatrina Gaudenz.

Eine sehr profilierte Stimme

Deshalb sei es durchaus angebracht, den Untertitel der erfolgreichen Reihe zu bedenken. Grundsätzlich sei sie gegen «eine politische Instrumentalisierung der Sprache, denn sie vergrössert die Gräben». Am 7. November geht es aber nicht nur um Sprache – ein Höhepunkt des Gottesdiensts werden die theologischen und philosophischen Einordnungen von Eva-Maria Faber sein. Die römisch-katholische Theologin ist Professorin für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Theologischen Hochschule Chur. Chatrina Gaudenz bezeichnet sie schlicht als «eine Wucht». Eine derart profilierte Stimme kriegt man wahrlich nicht jeden Tag zu hören, und Eva-Maria Fabers Ausführungen zu Herr und Herrlichkeit dürften ausgesprochen anregend sein. Am Gottesdienst beteiligt sind auch Gisela Tschudin, ehemalige Pfarreibeauftragte der Pfarrei St. Martin in Zürich, welche die passenden Gebete und Meditiationstexte gestaltet, Bettina Boller, die den Anlass mit Liedern und Musik bereichert, und die Sozialdiakonin Regina Angermann.

Gott ist keine Spiesserin

Frauen und alle Inte­ressierten feiern Gottes­dienst «ohne Herr und Herr­lich­keit». Detailinformationen zur Themenreihe und zu allen Veranstaltungen finden Sie über diesen Link:

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