Theater am Hechtplatz trifft Kirche

Während das Theater am Hechtplatz renoviert wird, findet es im Haus Seefeld für 14 Monate ein Zuhause auf Zeit. Kultur und Kirche rücken näher zusammen – zum Gewinn für Publikum, Quartier und Stadt.
Im Frühling 2026 heisst es Bühne frei im neuen Haus Seefeld: Das traditionsreiche Theater am Hechtplatz zieht während seiner umfassenden Sanierung für rund 14 Monate ein. «Das Theater wurde seit seiner Eröffnung 1959 nicht mehr grundlegend renoviert», sagt Ariane Russi, Co-Leiterin des Hauses. «Nun werden Haustechnik, Leitungen und Sicherheitsanlagen erneuert – und wir schaffen bessere Zugänglichkeit, etwa mit einer barrierefreien Sanitäranlage.» Damit das Programm nicht pausieren muss, suchte das Theater einen zentralen Ort in Zürich, der Platz und die technischen Voraussetzungen bietet. «Wir sind schnell auf das Haus Seefeld gestossen – eine sehr schöne Lösung. Die Zusammenarbeit mit der reformierten Kirchgemeinde hat sich sehr stimmig und logisch ergeben», so Ariane Russi.
Ein Haus für Bildung, Begegnung und Bühne
Das neue Haus Seefeld war bis anhin das Kirchgemeindehaus Neumünster; in den 1970er-Jahren wurde es als Teil einer grösseren Überbauung mit Schule und Gemeinschaftszentrum gebaut. Heute wird es vom Bereich Immobilien der reformierten Kirchgemeinde Zürich bewirtschaftet. Es versteht sich als offenes Quartierhaus: Bildung, Begegnung und Bühne prägen seinen Charakter. Neben kirchlichen Angeboten wie etwa dem Schenkhaus ab Oktober und dem Jugendraum des Kirchenkreises sieben acht, mieten auch Sport- und Musikvereine Räumlichkeiten. Ab 2026 kommt nun das Theater Hechtplatz hinzu – mit Bühne, Foyer und Bar.
Vertrautes Theater in neuem Raum
Für das Publikum bedeutet der Umzug: vertrautes Programm in grosszügiger Umgebung. «Wir bleiben die Gleichen», so Ariane Russi. «Unsere Gastspiele, Koproduktionen und die Märchenbühne bleiben Teil des Angebots. Gleichzeitig eröffnet die grössere Bühne spannende neue Möglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler.» Auch die Begegnungen im Haus Seefeld versprechen besondere Momente: «Das kann inspirierend sein und vielleicht ganz neue Kollaborationen entstehen lassen», sagt Ariane Russi.
Kirche als Ort der Kultur und Gastfreundschaft
Mit dieser Kooperation zeigt die reformierte Kirchgemeinde Zürich einmal mehr, wie kirchliche Räume zu Orten von Kultur, Bildung und Dialog werden können. Und wer ab 2026 ins Theater geht, erlebt nicht nur grosse Kunst – sondern auch, wie Kirche mitten im Quartier Gastfreundschaft lebt.


