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Auf in die Zukunft
Kirchgemeinde

Auf in die Zukunft!

Mit Blick auf 15 Jahre: Die refor­mierte Kirch­gemeinde Zürich startet eine um­sich­tige Stan­dort­planung für die optimale Raum­nutzung ihrer Gebäude.
25.07.2024Kirchgemeinde
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Die «Montags­medi­tation» von Openyoga in der City­kirche Offener St. Jakob findet alle zwei Wochen jeweils am Montag statt. Béla Pete

Gebäude hat die Kirch­gemeinde Zürich genug. Doch manche müssten er­neuert, andere besser aus­ge­lastet werden. In einem parti­zipa­tiven Prozess äussern sich die zehn Kirchen­kreis­kommissionen zu ihren Plänen für die kommenden fünf­zehn Jahre. Die ge­wonnenen Er­kennt­nisse bilden die Basis für eine um­sich­tige Stan­dort­planung der Zu­kunft.

In diesen Tagen hält ein schöpfe­rischer Prozess in die Kirch­gemeinde Ein­zug: Bis im Herbst ent­stehen in den zehn Kirchen­kreisen die Zukunfts­bilder für die kommenden fünf­zehn Jahre. So defi­nieren sie für sich, in welchen Be­reichen sie in Zu­kunft wirken möchten – sei es in der Jugend­arbeit, in der Sparte Musik, im Bil­dungs­bereich, in der Migra­tion oder bei den Familien, um nur einige zu nennen. Daraus er­gibt sich die Frage, welche Gebäude dafür am besten ge­eignet wären. «Es ist ein parti­zipa­tiver Pro­zess in Gang ge­kommen, in dem wir die Kirchen­kreise eng be­gleiten», sagt Matthias Haag, Leiter Immo­bilien der refor­mierten Kirch­gemeinde Zürich. Nachdem die Kirchen­kreise ihren Raum­bedarf geklärt haben, inte­griert die Kirchen­pflege diesen in die gesamt­städtische Stan­dort­planung. In einer zweiten Phase ab Anfang 2025 legt sie das weitere Vor­gehen fest. Oberstes Ziel ist es, die Nut­zung der Räume und Ge­bäude zu opti­mieren und damit auch Dritten zu­gäng­lich zu machen. Dadurch werden die Ressour­cen der Kirch­gemeinde geschont. Michael Hauser, Kirchen­pfleger im Ressort Immo­bilien: «Die Pläne der Kirchen­kreise geben uns wert­volle Hin­weise, wo es sinn­voll ist, zu inves­tieren.»

Umnutzung als Chance

In der Um­setzung bedeu­tet dies kon­kret: Ein­zelne Stand­orte werden ge­stärkt, während andere frei­ge­spielt und durch neue Mieter:innen sinn­voll ge­nutzt werden. Die Kon­zen­tra­tion der kirch­lichen Tätig­keiten auf be­stimmte Stand­orte ist je nach Kirchen­kreis sehr unter­schied­lich: Während sich einige Kirchen­kreise schon heute auf weniger Stand­orte fokus­sieren, gibt es bei anderen deut­liche Über­lappungen. «Nun wollen wir mit allen Kirchen­kreisen in die Zu­kunft blicken», so Michael Hauser. Dass die Stan­dort­planung der Zu­kunft zu wei­teren Um­nut­zungen führen werde, sei ge­wünscht. «Das Bündeln der Kräfte hilft uns, unsere Räume zu teilen und leben­dig zu halten», sagt Matthias Haag. Den beiden ist be­wusst, dass Kirchen bei den Mit­gliedern einen hohen emo­tio­nalen Stellen­wert haben. Michael Hauser: «In unserem Leit­bild Immo­bilien ist klar ver­an­kert, dass bei Kir­chen und Sakral­räumen die Ver­kün­digung und Spiri­tua­lität Vor­rang hat. Kommt es doch zu sinn­vollen Um­nut­zungen, finden wir in der Kirch­gemeinde Alter­nativen. So können wir den Ab­schied etwas er­leich­tern.»

Flexibilität in der Raumvergabe

Im Jahr 2019 hat das Kirch­gemeinde­parla­ment das neue Immo­bilien­leit­bild ver­ab­schiedet. Seit­her geht die Kirch­gemeinde dort, wo es sinn­voll ist, Nut­zungs­partner­schaften mit Dritten ein. Nun kann sie daraus erste Er­kennt­nisse ziehen. «Es hat sich bei­spiels­weise be­währt, ein Ge­bäude nicht zu hundert Pro­zent an Dritte zu ver­mieten», sagt Michael Hauser. Der Jugend­keller der Kirche Neu­münster etwa wird weiter­hin als Treff­punkt ge­nutzt, während die rest­lichen 95 Pro­zent des Ge­bäudes ver­mietet werden. Ein anderes Bei­spiel für eine ge­teilte Raum­nut­zung ist die Kirche Suter­acher im Kirchen­kreis neun – diese wird von Mon­tag bis Frei­tag als Mittags­hort ge­nutzt und kann bei Be­darf am Wochen­ende etwa für Gottes­dienste be­reit­gestellt werden.

Es kommt auch vor, dass die Kirch­gemeinde eines ihrer Gebäude temporär zur Verfügung stellt. Das prominenteste Beispiel ist die Bullinger­kirche, die als Rat­haus-Provi­sorium zwischen­genutzt wird. Michael Hauser: «Eine ‹Ver­lobung auf Zeit› mit einer Ver­trags­lauf­zeit zwischen drei und fünf Jahren hat sich als sehr prak­tikabel er­wiesen – so kann der Kirchen­kreis er­proben, ob er die Räum­lich­keiten wirk­lich ver­misst.» In Zürich sei die Kirch­gemeinde in einer sehr privi­legier­ten Lage – denn es herrscht grosser Mangel an Räumen von einer gewissen Grösse. Es fehlen Räume für Schul­zimmer und Kinder­betreu­ung, Hör­säle und Bib­lio­theken. «Die öffent­liche Hand als Part­nerin ist für uns ein Glücks­fall», so Michael Hauser. «Denn so bleiben unsere Ge­bäude öffent­lich und viele Men­schen – auch Mit­glieder unserer Gemeinde – gehen weiter­hin ein und aus.» Auch wenn die Kirch­gemeinde ihre Gebäude in Zukunft noch stärker teilen wird: «Wir werden weiter­hin in allen Quar­tieren prä­sent sein», ver­sichert Michael Hauser. «Raum dafür haben wir mehr als genug.»

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