Wenn die Natur Haken schlägt

Jetzt wissen wir es alle: Die Natur ist am Anschlag! Menschen, Tiere und die Natur leiden auf der ganzen Welt. Auch unsere Schweizer Lebenswelt ist betroffen; dies haben wir in diesem extremen Hitzesommer selbst erlebt. Klimaschutz und die Anpassung an die zunehmende Hitze sind keine abstrakten Zukunftsthemen mehr, sondern sind real. Das kirchliche Engagement für die Umwelt gewinnt deshalb an Bedeutung.
Die reformierte Kirche der Stadt Zürich hat sich dazu entschieden zu handeln. Sie hat das Umweltmanagementsystem «Grüner Güggel» eingeführt. Dieses System basiert auf dem international anerkannten eco-Management und Audit-Scheme (EMAS) der Europäischen Union. Der grüne Güggel ist ein systematisches Umweltmanagement, mit dem Kirchgemeinden ihren ökologischen Fussabdruck erfassen, konkrete Verbesserungen planen und deren Wirkung regelmässig überprüfen können. Im Kanton Zürich haben bereits zahlreiche reformierte Kirchgemeinden und die gesamtkirchlichen Dienste dieses System eingeführt.
Im Zentrum der Güggel-Evaluation stehen sieben Bereiche: Wärmeenergie und Strom, CO2-Emissionen, Wasser, Abfall, biologische Vielfalt, Konsum sowie Arbeitssicherheit. Damit wird untersucht, wie Kirchen und kirchliche Gebäude beheizt werden, wo Energie eingespart werden kann, wieviel Wasser und Strom verbraucht wird oder wie Beschaffung und Mobilität umweltverträglicher gestaltet werden können. Auch die Förderung der Biodiversität gehört dazu.
Für den Kirchenkreis zehn bedeutet der Prozess konkret: hinschauen, messen, handeln, über prüfen. Gebäude werden unter die Lupe genommen, Verbrauchsdaten erfasst und Umweltziele formuliert. Daraus entsteht ein verbindliches Umweltprogramm.
Der «Grüne Güggel» verbindet praktische Massnahmen mit einem theologischen Anliegen: der Verantwortung für die Schöpfung. Die Kirche spricht nicht nur über die Bewahrung der Schöpfung, sondern macht diese Haltung auch im eigenen Betrieb sichtbar. Wenn Sie also demnächst an der Limmat oder am Waldrand Mitarbeitende der reformierten Kirche beim «Fötzeln» oder Aufräumen sehen, lassen Sie sich inspirieren und machen Sie mit!
Nina Müller
Projektleiterin WipWest Huus mit sozialdiakonischen Aufgaben

Dieser Beitrag wurde fürs reformiert.lokal im Oktober 2026 verfasst. Sie finden die Ausgabe hier.

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