Lieblingslied
Jesus, meine Zuversicht

Beitrag für den Monat November in unserer Rubrik «Lieblingslied»:
Original-Liedtext: «Jesus, meine Zuversicht»
Reformiertes Gesangbuch, Lied Nr. 478
Text: Otto von Schwerin (1653)
Melodie: Johann Crüger (1653)
1) Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht?
2) Jesus, er mein Heiland, lebt: Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht?
3) Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; meine starke Glaubenshand wird in ihn gelegt befunden, dass mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann.
4) Ich bin Fleisch und muss daher auch einmal zu Asche werden; das gesteh' ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, dass ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit.
5) Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube, Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd' ich Jesum sehen ewiglich.
6) Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen; nur die Schwachheit um und an wird von mir sein abgetan.
7) Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehen; irdisch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich auferstehen; hier geh' ich natürlich ein, nachmals werd' ich geistlich sein.
8) Seid getrost und hocherfreut, Jesus trägt euch, meine Glieder! Gebt nicht Raum der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wider, wenn die letzt' Drommet' erklingt, die auch durch die Gräber dringt.
9) Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen; denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen! Dann wird Schwachheit und Verdruss liegen unter eurem Fuß.
10) Nur dass ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden schick das Herze da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein!
Lesen Sie hier, warum dieses Lied ein Lieblingslied ist:
Jesus, meine Zuversicht
Rolf Geiser | Es gibt eine Zuversicht, die nicht von dieser Welt ist. Davon erzählt das Kirchenlied «Jesus, meine Zuversicht », das unter der Nummer 478 in unserem Gesangbuch zu finden ist.
«Jesus, meine Zuversicht » ist vor etwas fünf Jahren zu meinem Lieblingslied geworden. In dieser Zeit habe ich sechs mir nahestehende Menschen verloren, drei davon jünger als ich. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Diesen starken Trost entnehme ich den fünf Strophen dieses Liedes, das ich inzwischen auswendig gelernt habe.
Die dritte Strophe lautet «Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich gehe; irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstehen. Alle Schwachheit, Angst und Pein wird von mir genommen sein.» Zwei Tage vor dem Tod meiner Stiefmutter durfte ich ihr am Krankenbett diese Verszeilen mitgeben, «par coeur» wie es so schön heisst auf Französisch.
Es gibt ein Leben nach dem Tod. Diese Zuversicht strahlt aus jeder Strophe dieses Liedes. Das ganze Leid, alle Ängste, Schmerzen und Klagen werden einmal aufgehoben sein in Jesus Christus. In unseren turbulenten und unsicheren Zeiten sind diese Liedverse für mich zu einem «Seelenanker» geworden, der in der Ewigkeit festgemacht ist.
Wer dieses Lied in seinem Herzen trägt, weiss um einen unvergänglichen, sicheren Trost und um eine Hoffnung, die nicht von dieser Welt ist. Als an Jesus Christus Glaubende haben wir die Aufgabe, anderen Menschen diese Hoffnung weiterzugeben, sei es in Worten, Taten oder eben in Liedversen.
Hier finden Sie eine vertonte Version: