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Kunst & Kultur

DENKFABRIK

Montag, 26. Oktober: Friedrich Nietzsche: Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit. - 30. November: Das Ende der Wahrheit - Jean-François Lyotard, herausragender Denker der Postmoderne
22.09.2026Kirchenkreis elf
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Weisser Schriftzug «DENKFABRIK» mit Linien auf dunkelblauem Hintergrund, darunter «reformierte kirche zürich».
Peter Jost

Friedrich Nietzsche: Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit

Mit diesem Satz bringt Friedrich Nietzsche (1844-1900) zum Ausdruck, dass er kein gewöhnliches Individuum ist, sondern eine Naturgewalt, welche die Fundamente des Westens erschüttert. Nietzsches berühmte Feststellung Gott ist tot meint sowohl das Ende des Christentums als auch das Ende der Wahrheit insgesamt. Für Nietzsche gibt es kein Mass für sicheres Wissen. Wahrheit ist vielmehr eine lebensnotwendige Illusion und ein Produkt menschlicher Konstruktion, das wir nutzen, um in einer chaotischen Welt überleben und handeln zu können. Nietzsche interessiert sich vor allem für die Ethik. Ihm geht es um die Gestaltung des individuellen Lebens.

ZENTRUM GLAUBTEN

Montag, 26. Oktober, 19 Uhr

Referent ist Sozialdiakon Peter Jost. Der studierte Theologe hat sich viele Jahre mit dem Verhältnis von Kirche und westlicher Kultur wissenschaftlich auseinandergesetzt. Die Teilnahme an der Denkfabrik ist kostenfrei.

Zur Vorbereitung bitten wir um Anmeldung bis Freitag, 23. Oktober, per E-Mail (peter.jost@reformiert-zuerich.ch) oder Telefon 043 495 90 53.


Lyotard (2)


Das Ende der Wahrheit - Jean-François Lyotard, herausragender Denker der Postmoderne

Im 20. Jahrhundert versagte die Vernunft fortwährend. Der Untergang der Titanic, die beiden Weltkriege, die Gräueltaten der totalitären Regime, der Abwurf der Atombombe – diese und andere Katastrophen erschütterten den Fortschrittsglauben. Der Philosoph Jean-François Lyotard (1924-1998) rechnet mit der modernen Vernunft scharf ab: Wir haben die Sehnsucht nach dem Ganzen und Einen, teuer bezahlt. Die Antwort lautet darauf: Krieg dem Ganzen. Lyotard kämpft gegen alle Wahrheitsansprüche. Dabei ist für ihn die neuzeitliche Wissenschaft so glaubwürdig, wie die Religionen. Auch sie ist blosse Erzählung, Märchen, Legende. Lyotard folgt Nietzsches Ausspruch: Gott ist tot. Das heisst, es gibt keine Wahrheit. Was bleibt ist das Nebeneinander von Sprachspielen, für die jeweils eigene Regeln gelten. Damit ist Verständigung zwischen den Sprachspielen ausgeschlossen. Im Unterschied zu Immanuel Kant, nimmt der französische Denker die Leugnung der Dinge an sich, also einer objektiven Wirklichkeit, stillschweigend in Kauf. Lyotard hat 1979 den Begriff Postmoderne in die Philosophie eingeführt. Er bedeutet, dass wir mit dem Versagen der Vernunft in die Epoche nach (post) der Moderne eingetreten sind. Freuen Sie sich auf einen Vortrag über einen herausragenden Denker und seine Widersprüche. Mit der Postmoderne beendet die Denkfabrik ihre Veranstaltungsreihe im Jahr 2026. Der Weg führte vom mittelalterlichen Vertrauen in die Tradition über den Glauben an die moderne Vernunft bis hin zur postmodernen Beliebigkeit.

ZENTRUM GLAUBTEN
Montag, 30. November, 19 Uhr

Anmeldung:
Bis Freitag, 28. November
peter.jost@reformiert-zuerich.ch
043 495 90 53

Peter Jost

Sozialdiakon Erwachsenenarbeit

Montag: Affoltern Dienstag: Seebach Mittwoch: Affoltern Donnerstag: Homeoffice (Telefon/Mail)

Kirchenkreis elf

Riedenhaldenstr. 1 8046 Zürich

Peter Jost
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