Konzert am Ewigkeitssonntag
Konzert des Bach Ensembles Zürich mit der Kantate «Ich hatte viel Bekümmernis»
Das Barockorchester Concerto Ispirato aus Hannover ergänzt das Konzert mit passender Instrumentalmusik von Biber und Telemann.Das Wichtigste in Kürze:

Das Werk «Ich hatte viel Bekümmernis» passt hervorragend in die Zeitenwende zwischen Ewigkeitssonntag und 1. Advent. Sein Ursprung beschäftigt die Forschung bis heute. Die Kantate könnte eine Musik zur Bewerbung auf eine Stelle gewesen sein ebenso wie eine Trauermusik. Auf Letzteres deuten die klagende Sinfonia zu Beginn und der Eingangschor «Ich hatte viel Bekümmernis» hin. Gleich im Anschluss wird die Klage jedoch aufgebrochen mit der virtuosen Passage «Deine Tröstungen erquicken meine Seele». Im weiteren Verlauf spannt sich ein Entwicklungsbogen, der Leid und Kummer in Trost und Vertrauen wandelt und im Schlusssatz – unter Beizug von Trompeten – gar in grossen Jubel ausbricht: «Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unserm Gott in Ewigkeit», einer anderen Ewigkeit als die der Trauer des Ewigkeitssonntags.
Im Vorfeld zur Kantate wird die Motette «Jesu, meine Freude» BWV 227 zu hören sein. Deren 11 Sätze bestehen einerseits aus den Strophen des Kirchenlieds «Jesu, meine Freude», andererseits vertont Bach in fünf Sätzen Text aus dem 8. Kapitel des Römerbriefes. Durch den Geist Christi sind wir verwandelt zu neuem Leben. Mit dieser Gewissheit können wir auch durch die finsteren Täler gehen. Hervorstechend und gut in die heutige Zeit passend, ist: «Tobe, Welt, und springe, ich steh hier und singe».