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Jean-François Lyotard, herausragender Denker der PostmoderneDas Wichtigste in Kürze:

Das Ende der Wahrheit - Jean-François Lyotard, herausragender Denker der Postmoderne
Im 20. Jahrhundert versagte die Vernunft fortwährend. Der Untergang der Titanic, die beiden Weltkriege, die Gräueltaten der totalitären Regime, der Abwurf der Atombombe – diese und andere Katastrophen erschütterten den Fortschrittsglauben. Der Philosoph Jean-François Lyotard (1924-1998) rechnet mit der modernen Vernunft scharf ab: Wir haben die Sehnsucht nach dem Ganzen und Einen, teuer bezahlt. Die Antwort lautet darauf: Krieg dem Ganzen. Lyotard kämpft gegen alle Wahrheitsansprüche. Dabei ist für ihn die neuzeitliche Wissenschaft so glaubwürdig, wie die Religionen. Auch sie ist blosse Erzählung, Märchen, Legende. Lyotard folgt Nietzsches Ausspruch: Gott ist tot. Das heisst, es gibt keine Wahrheit. Was bleibt ist das Nebeneinander von Sprachspielen, für die jeweils eigene Regeln gelten. Damit ist Verständigung zwischen den Sprachspielen ausgeschlossen. Im Unterschied zu Immanuel Kant, nimmt der französische Denker die Leugnung der Dinge an sich, also einer objektiven Wirklichkeit, stillschweigend in Kauf. Lyotard hat 1979 den Begriff Postmoderne in die Philosophie eingeführt. Er bedeutet, dass wir mit dem Versagen der Vernunft in die Epoche nach (post) der Moderne eingetreten sind. Freuen Sie sich auf einen Vortrag über einen herausragenden Denker und seine Widersprüche. Mit der Postmoderne beendet die Denkfabrik ihre Veranstaltungsreihe im Jahr 2026. Der Weg führte vom mittelalterlichen Vertrauen in die Tradition über den Glauben an die moderne Vernunft bis hin zur postmodernen Beliebigkeit.
ANMELDUNG
Bis Freitag, 28. November
peter.jost@reformiert-zuerich.ch
043 495 90 53