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THEATERSZENEN ZU VERMIETEN


Das Helfereitheater Zürich spielt seit Anfang des Jahres die «Zwingliszenen» und trägt das Leben und Schaffen des Reformators in die Schweiz hinaus. Die zwölf Szenen kann man mieten – an über 40 Orten wurden sie bis heute aufgeführt. Im Oktober werden sie in Zürich zusammengehängt als abendfüllendes Programm gezeigt.

ZwingliSzenen_1_585

Was wissen Sie über Zwingli? Dass er im Toggenburg geboren wurde – möglicherweise. Dass er erst in Glarus seine Priesterweihe erhielt und dann im Grossmünster in Zürich Leutpriester wurde – schon eher. Dass er heimlich seine Frau Anna ehelichte – eventuell. Dass er die Zürcher Bibelübersetzung verantwortete – wahrscheinlich. Dass er im zweiten Kappeler Krieg als Soldat seiner Reformbestrebungen starb, gevierteilt und verbrannt wurde – vielleicht.

ZwingliSzenen_2

Hans Strub_290Was Sie aber ganz bestimmt wissen, ist, dass Ulrich Zwingli für die Reformation in Zürich steht wie kein anderer. Vor 500 Jahren schrieb die Limmatstadt Weltgeschichte. Die Reformation prägte die bis heute geltende Idee von individueller Menschenwürde und Demokratie und ebnete den Weg für die Aufklärung. Zeit also, etwas mehr über eine der Identitätsfiguren zu erfahren, oder?

Auf den Spuren des Reformators

Genau dies sagte sich auch Hans Strub. Er ist der Regisseur und Initiant des Theaterstücks «Zwingli zu vermieten». Zum Zwingli-Jahr 2019 hat der ehemalige Pfarrer, der bis zu seiner Pensionierung Leiter der Schweizerischen Aus- und Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer war, sich dem Zürcher Reformator angenommen und für das Helfereitheater ein Stück geschrieben. Oder besser gesagt: zwölf – denn zwölf Szenen sind es, die die Geschichte von Huldrych Zwingli erzählen. «Ich habe viel gelernt über die Reformation und über Zwingli. Einiges wusste ich schon, einiges gar nicht; es war sehr spannend», erzählt Hans Strub. Wieso es genau zwölf Szenen geworden sind, kann er nicht sagen: «Das war kein fixer Plan. Ich habe mir einen Überblick verschafft und dann entschieden, welche Begebenheiten gut auf die Bühne gebracht werden können. Nach der elften war klar, es fehlt noch eine und nach der zwölften war ebenso klar, dass das Stück nun komplett ist.»

Schweizweiter Erfolg

Das Stück ist kein gewöhnliches Theater. Es ist vielmehr ein Experiment. Denn die zwölf Szenen kann man mieten. Sei es einzeln oder mehrere zusammen – man wählt aus, das Helfereitheater kommt und spielt. Insgesamt teilen sich 16 Schauspielerinnen und Schauspieler die rund 50 Rollen. «Wir wussten nicht, wie das ankommen würde», sagt Hans Strub. Es kam gut an: An über 40 Orten in der ganzen Schweiz hat das Laientheater bis heute Halt gemacht – und 160 Szenen werden bis Ende Jahr gespielt sein. Ein voller Erfolg von Rheinfelden bis Brig und von Genf bis St. Moritz. Dies sicherlich auch, weil die Herangehensweise von Hans Strub keine gewöhnliche ist.

Die Szenen sind historisch und werden in historischen Kostümen inszeniert. Die Einleitung in jede Szene jedoch ist aktuell. Das heisst, die Schauspieler und Schauspielerinnen spielen sich selbst, tragen über ihren Kostümen einen Regenmantel und schaffen in Mundart einen Bezug zwischen heutigen Themen und damaligen Situationen. Dann streifen sie ihre Mäntel ab und beginnen die historische Szene. «Das funktioniert sehr gut. Anfangs war es auch für die Schauspieler eine Annäherung an die Figur Zwinglis. Mittlerweile ist das Interesse am Reformator aber so gross, dass einige von ihnen gar schon in ihrem Urlaub in Marburg waren, um sich den Ort des Geschehens der Religionsgespräche zwischen Zwingli und Luther anzuschauen», so Hans Strub.

Theater, Würste und Mueshafen

Nun folgt die Fortführung des Experiments. Denn in Zürich werden im Oktober alle zwölf Szenen aneinander gespielt – über drei Stunden wird es dauern. Die kurzen Einleitungen übernimmt Zwinglis bester Freund Leo Jud. Unterbrochen werden die zum ersten Mal alle aneinander gespielten Szenen durch eine Pause mit Wurstessen und Mueshafen. Sie fragen sich, was das ist? Ein Relikt aus Zwinglis Zeiten – aber kommen Sie doch einfach vorbei und sehen Sie selbst.

Spieldaten «Zwingliszenen»

Zusammenhängende Aufführung aller 12 Szenen:
18. Oktober    Zürich-Helferei, 19 Uhr
19. Oktober    Zürich-Helferei, 19 Uhr
20. Oktober    Zürich-Grossmünster, 16.30 Uhr
23. Oktober    Zürich-Helferei, 19 Uhr
26. Oktober    Zürich-Helferei, 19 Uhr
27. Oktober    Zürich-Grossmünster, 16.30 Uhr

Reservationen ab sofort unter www.helfereitheater.ch/reservationen oder über 076 296 52 12.

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