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PFINGSTEN KULINARISCH


Schon mal von Pfingstochsen oder Brotvögeln gehört? Diese und weitere Gerichte, die traditionellerweise an Pfingsten zubereitet werden, stellen wir Ihnen vor. Viel Spass beim Ausprobieren der Rezepte!

Pfingsten ist nach Weihnachten und Ostern das drittgrösste Fest der Christen. Solche christliche Feste werden immer auch von traditionellen Gerichten begleitet. Deren Entstehung hängt meist eng mit religiösen und kulturellen Traditionen und den Jahreszeiten zusammen. Weihnachten hat die Weihnachtsguetsli, an Ostern gibt es Osterfladen. Auch Pfingsten hält einige Leckereien bereit. Doch vielleicht sind diese Gerichte nicht ganz so bekannt. Kommen Sie mit auf eine kulinarische Pfingstreise, wir stellen Ihnen die Rezepte vor!
 

Milchsuppe

Ein beliebtes Rezept an Pfingsten ist die «Pfingstmilch». Es kommt aus einer Zeit, als die Bauernmägde an Pfingsten die Milch behalten durften, die sie gemolken hatten. Sie verarbeiteten sie zusammen mit Eiern und Mandeln zu einer süssen Milchsuppe.

Zutaten (für 4 Personen)
10 EL geriebene Mandeln
4 EL Honig
4 EL Vanillepuddingpulver
6 EL Rohzucker
1 Liter Milch 1,5 % Fett
Salz
2 kleine Stücke Vanilleschote
4 Eier

Zubereitung
Die Milch (3 EL zurückbehalten), die Mandeln, den Honig und ein Stück aufgeschlitzte Vanilleschote in eine Pfanne geben und aufkochen lassen. Die Vanilleschote herausnehmen.
Die Eier trennen. Das Eigelb und das Vanillepuddingpulver mit der zurückbehaltenen Milch und einer Prise Salz verquirlen und unter Rühren in die Milch geben. Dann aufkochen lassen.
Das Eiweiß mit dem Rohzucker zu steifem Schnee schlagen. Vom Eischnee mit zwei Teelöffeln kleine Klößchen abstechen und auf der Milchsuppe verteilen.
Sofort servieren.

 


Brotvögel

Brotvögel_585

Die Taube hat in der Bibel als Botin Gottes eine bedeutungsvolle Rolle. Sie steht auch für die Heilige Geistkraft, die auf die Apostelinnen und Jünger Jesu herabkommt. So hat man früher an Pfingsten oft gebratene Taube aufgetragen. Auch als sogenannter Brotvogel ist die Taube beliebt. Bis ins 18. Jahrhundert wurden die Gebäcke in Taubenform durch eine Luke in der Kirchendecke auf die Menschen geworfen. Sie sollten die Heilige Geistkraft symbolisieren, die an Pfingsten auf die Gläubigen herabschwebte.

Zutaten (ergibt etwa zwölf Brotvögel)
Für die Backbleche:
Backpapier

Für den Hefeteig:
500 g Weizenmehl
1/2 TL feines Meersalz
75 g feinster Zucker
21 g (1/2 Würfel) frische Hefe
250 ml lauwarme Milch
1 Ei
75 g weiche Butter

Für die Verzierungen (nach Belieben):
1 Eigelb mit etwas Wasser verquirlt
einige Rosinen
etwas Hagelzucker

Zubereitung:
Mehl, Salz und Zucker mischen, eine Mulde formen. Butter in kleinen Stücken in die Mulde geben.
Die Hefe in der Milch auflösen, dann in die Mulde giessen; das Ei hinzugeben. Mit einem Mixer (Knethaken) kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stufe in etwa 5 Minuten alles zu einem glatten Teig zusammenkneten.Teig zugedeckt bei Raumtemperatur aufs Doppelte aufgehen lassen.
Backbleche mit Backpapier belegen.
Hefeteig mit Mehl bestreuen, auf der Arbeitsfläche kurz durchkneten und in zwölf gleich grosse Stücke teilen. Jedes Stück zu einem zirka 30 cm langen Strang formen.
Jeden Strang nehmen und zu einem Knoten formen. Dabei beachten: ein Knotenende sind die Schwanzfedern, das andere Knotenende bildet der Kopf.
Für die Schwanzfedern das Ende mehrfach längs einschneiden, so dass optisch ein Federfächer entsteht. Den Kopf nach vorne ziehen, so dass ein Schnabel erkennbar wird.
Mit dem Eigelb die Vögel bepinseln und aus den Rosinen Augen seitlich an die Köpfe der Vögel setzen. Nach Wunsch die Vögel mit etwas Hagelzucker bestreuen.

Anschliessend die Vögel auf zwei mit Backpapier begelegte Backbleche mit etwas Abstand zueinander setzen. Abdecken und an einem warmen Ort gut 15 Minuten gehen lassen.
Den Backofen vorheizen 180° C (160° C Heissluft).
Nacheinander die Vögel ungefähr 20 bis 30 Minuten backen (je nach Grösse).
Die fertig gebackenen Vögel mit dem Backpapier auf einen Kuchenrost ziehen und erkalten lassen. Wenn möglich noch am gleichen Tag geniessen!

    


Pfingstochse

Pfingstochse_585

Der Ausdruck «Pfingstochse» wird im Zusammenhang mit dem zu Pfingsten vielerorts veranstalteten Viehaufzug verwendet. Das farbig geschmückte Leittier führt die Rinderherde traditionell auf die Alp. Für lange Zeit pflegte man vielerorts auch den Brauch, an Pfingsten einen fetten Ochsen erst durch die Gassen zu treiben. Später wurde er geschlachtet, und die gesamte Bevölkerung durfte am üppigen Festmahl teilhaben.

Zutaten:
600 g gut gereiftes Steak (Rind)
1 TL Kräutersalz
1 Prise bunten Pfeffer aus der Mühle
2 El Olivenöl
3 Stück Knoblauchzehen (geschält und in Scheiben geschnitten)
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige Thymian
4 EL Öl

Zubereitung:

  • Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen. 
  • Knoblauch mit den Kräutern und dem Olivenöl in einer Pfanne leicht erhitzen. 
  • Die Pfanne dann etwa 10 Minuten abkühlen lassen.
  • Das Fleisch von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und die Aromaten aus der Pfanne darauflegen.
  • Alles fest andrücken und das Fleisch dann in einen Garbeutel einschliessen.
  • Danach bei 70 Grad rund 40 Minuten garen.
  • Direkt vor dem Servieren das Fleisch aus dem Beutel nehmen, grob von den Aromen säubern und in einer Eisenpfanne, im bereits hoch erhitzten Öl, von beiden Seiten etwa 30–40 Sekunden anbraten.
  • Kurz ruhen lassen, in Scheiben schneiden und dann zum Beispiel zusammen mit einem Fenchel-Kräuter-Salat servieren.

 


Holunderküchlein

Holunderkuechlein_585

Das Holunderküchlein passt bestens in die Zeit um Pfingsten herum. Denn dann beginnen die Holunderstauden zu blühen. Die wunderbar duftenden Holunderblütendolden können gesammelt und zu diesem feinen Gebäck verarbeitet werden.

Zutaten:
12 bis 15 frisch gepflückte Holunderblütendolden
350 ml Milch
3 Eier
200g Mehl
2 EL Honig
1 Prise Salz
etwas Öl
Puderzucker
Schlagrahm

Zubereitung:
Die Eier trennen, Eigelb und Eiweiss auffangen.
Eigelb, Mehl, Honig und Salz zusammen in eine Schüssel geben und gut verrühren.
Das Eiweiss steif schlagen und unterziehen.
Die Blütendolden in den fertigen Teig eintauchen und in einer Pfanne mit etwas Öl goldbraun backen.
Anschliessend auf einem Küchentuch gut abtropfen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
Das Ganze zusammen mit Schlagrahm servieren.

 


Waldmeister-Bowle (mit und ohne Alkohol)

Der Waldmeister verleiht der Bowle den einzigartigen Geschmack. Das Kraut kann von April bis Juni geerntet werden, also in der Zeit, in die auch Pfingsten fällt.

Zutaten (für etwa zwei Liter Bowle):
1,5 L gekühlten Weisswein oder hellen Traubensaft
0,75 Liter gekühlten Prosecco, alkoholfreien Prosecco oder Mineralwasser
1 Handvoll Waldmeister

Zubereitung:
Waldmeister zu einem Sträusschen zusammenbinden und 24 Stunden welken lassen, damit sich das Aroma entfalten kann.
Die Hälfte des Weins oder Traubensafts in eine Schüssel geben.
Einen Kochlöffel quer über die Schüssel legen und das Waldmeistersträusschen so daran festbinden, dass es kopfüber in den Wein hängt. Die Stiele, die Bitterstoffe enthalten, werden so nicht eingetaucht.
Etwa 10 bis maximal 30 Minuten ziehen lassen.
Waldmeister herausnehmen und die Bowle mit dem restlichen Wein und Prosecco oder den alkoholfreien Alternativen aufgiessen.
Mit der Kelle in Gläser geben und geniessen.

 

Foto Pfingstochse: Pfingstochse gemalt auf Postkarte. Quelle: Goethezeitportal http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6785

 

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