JESUS CHRIST SUPERSTAR


Mit­reissende Kult-Songs und existen­zielle Fragen. In «passion: Jesus Christ Superstar» in der City­kirche Offener St. Jakob stellen Jesus’ Jünger:innen pikante Fragen. Auf diese gibt es mehr als eine Antwort…

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Eine fetzige Gottesdienst-Reihe zur Passionszeit thematisiert Glaubenskrisen. © Pixabay


In der Passions­zeit erklingen in reformierten Kirchen barocke Klänge mit alten Texten. In der ganzen Stadt? Nein! Begleitet von Schlag­zeug, Klavier, Bass und Gitarre fegen dieses Jahr im Kirchen­kreis vier fünf mit­reissende Takte aus den 70er-Jahren durchs Kirchen­schiff. Im ameri­kanischen Kult-Musical «Jesus Christ Superstar» von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice geht es um Starkult, Glaubens­zweifel, Hippietum und Spiri­tualität. Es erzählt die letzten Tage von Jesus von Nazareth und lässt Jünger:innen wie Judas, Pilatus, Simon und Maria Magdalena zu Wort kommen. «Das Meister­stück aus den 70er-Jahren ist ideal für unser Vor­haben, weil die Song­texte äusserst diskursiv angelegt sind», sagt Franziska Bark Hagen, Pfarrerin im Kirchen­kreis vier fünf. «Es ist aufregend, wie die Jünger:innen Position beziehen und ihre Fragen so offensiv stellen.»

Liess sich Jesus als Star feiern?

Natürlich kommt auch Judas zu Wort: Der Mann, der Jesus später ver­raten sollte, kriti­siert Jesus’ Wider­stand gegen die römische Obrig­keit und befürchtet, dass Jesus sie alle in Gefahr bringt. Während Simon der Wider­stand nicht weit genug geht, zweifelt Judas gar an Jesus’ Integri­tät: Ist er wirklich der Super­star, als der er sich feiern lässt? Hat er nicht als einfacher Zimmer­mann seinen Weg begonnen? «Die Fragen, die die Jünger:innen stellen – übertragen auf das Leben von heute – sind sie immer noch relevant», sagt Franziska Bark Hagen. «Fragen wie: Wo gilt es, heute Wider­stand zu leisten, aufzu­brechen, mich zu bekennen? Und was in mir möchte befreit werden? Wie kann die ‚Revolution Liebe‘, die Jesus gelebt und gepredigt hat, unser Leben verändern? In den fünf Gottes­diensten versuchen wir, Antworten darauf zu geben.»

Lieblingssongs der Pfarrerin
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Pro Gottes­dienst werden jeweils zwei bis drei Songs aus dem Musical gespielt. Franziska Bark Hagen ist ein grosser Fan der Musik: «Laut, ener­getisch, sexy: Mich fasziniert, wie viel Ener­gie darin steckt»,  so die Pfarrerin, die mit Songs wie «Heaven on their minds» oder «What’s the buzz» aufge­wachsen ist. Kantor Sacha Rüegg ist be­geistert vom Projekt, denn er betritt musi­kalisch sehr gern Neu­land: «Wenn sich Text und Musik ver­binden, wirkt es immer – egal, was für ein Musik­stil es ist. Das Musical ist kompro­misslos. Das gefällt mir», so der Kantor.

Passionsreihe ohne Kreuzigung

Es sei kein Zufall, dass sowohl das Musical «Hair» als auch «Jesus Christ Super­star» aus der Hippie­zeit stammen. Franziska Bark Hagen: «Beide Musicals erzählen von kollek­tivem Wider­stand und gesell­schaftlichen Veränderungen. Und sie zele­brieren diese auch – auf sehr unter­schiedliche Weise. In «Jesus Christ Superstar» liegt der Fokus auf einer mehr­stimmigen Auseinander­setzung damit: Wie können gesell­schaftliche und persönliche Veränderung aussehen? Und so endet das Musical auch vor der Kreuzigung. Sie wird konsequenter­weise nicht erzählt.»

Haben Sie Lust, ins Musical reinzuhören? Eine Kostprobe gibt’s auf YouTube.




«passion: Jesus Christ Superstar»

Fünf Gottesdienste zur Passionszeit im Dialog mit Musik
19. März – 7. April in der Citykirche Offener St. Jakob

Sonntag, 19. März 2023, 10 Uhr Gottesdienst
«Ist er‘s, oder ist er‘s nicht»
Pfarrer Patrick Schwarzenbach

Sonntag, 26. März 2023, 19 Uhr
Blaue Stunde «Revolution Liebe»
Pfarrerin Verena Mühlethaler

Palmsonntag, 2. April 2023, 10 Uhr
Gottesdienst «Welche Befreiung?»
Pfarrerin Franziska Bark Hagen

Gründonnerstag, 6. April 2023, 18 Uhr
Abendandacht «Wo bist Du, Gott?»
Pfarrerin Franziska Bark Hagen

Karfreitag, 7. April 2023, 10 Uhr
Gottesdienst «Alles anders»
Pfarrer Patrick Schwarzenbach

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