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FRAUENSTREIK: «THEMEN, DIE IN DIE KIRCHE GEHÖREN»


Am 14. Juni läuteten in der ganzen Schweiz Kirchenglocken von 11 bis 11.15 Uhr. Ihre Botschaft: Gegen strukturelle Ungerechtigkeit und Gewalt an Frauen und Kindern. An die Mahnwache vor der Predigerkirche von 11 bis 12 Uhr kamen über 70 Frauen. Sie hielten 24 bemalte Kreuze. «Die Gewalt ist mitten unter uns und muss in ihrem ganzen Ausmass wahrgenommen werden», sagt Pfarrerin Renate von Ballmoos.

«Unsere Glocken läuten, weil gläserne Decken, Gewalt gegen Frauen, Verteilung von Macht, Organisation von Care-Arbeit, faire Bezahlung und gerechte Renten wichtige Themen sind, die in die Kirche gehören» sagt Liv Kägi, Pfarrerin an der Johanneskirche. Vor der Predigerkirche fand parallel zum Glockenläuten von 11 bis 12 Uhr eine Mahnwache statt. «Gemeinsam stehen wir dafür ein, dass die Gewalt an Frauen und Kindern wahrgenommen wird», so Renate von Ballmoos. Sie dankt den vielen Frauen, die gekommen sind, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. «Die Kirche muss sich positionieren und gegen Gewalt an Frauen und Kindern einstehen», sagt eine junge Frau. Auch sie sieht in den oftmals verharmlosenden Berichten über Gewalt an Frauen ein gesellschaftliches Problem. «Wir müssen uns gemeinsam einsetzen, um etwas zu verändern.»

Mahnwache vor der Predigerkirche 3

 «Keine verständliche Eskalationen in Beziehungen, sondern Mord»

Gegenwärtig werden in der Schweiz jeden Tag neun Frauen und Mädchen in ihrer sexuellen Integrität verletzt, alle zwei Wochen stirbt eine Frau aufgrund von häuslicher Gewalt. Laut den neuesten Zahlen, die das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Opfern von häuslicher Gewalt aufzeigen, geht die Tötungsgefahr in neun von zehn Fällen vom Mann aus. «Berichtet wird meist von einem Beziehungsdrama oder von häuslicher Gewalt. Aber es ist nicht das Haus, das Gewalt ausübt, sondern der eifersüchtige Ehemann, Exmann, Freund und Exfreund – es ist Mord», sagt Renate von Ballmoos, Pfarrerin an der Predigerkirche. Auch Susanne Peter von der Stiftung Frauenhaus Zürich nahm an der Mahnwache teil: «Es ist stark und wichtig, dass die Kirche sich positioniert.»

Mahnwache vor der Predigerkirche 2

Seelsorgerinnen sind oft die einzigen Vertrauenspersonen

Monika Frieden, Pfarrerin am Grossmünster, weiss aufgrund ihrer seelsorgerischen Tätigkeit, dass Gewalt Frauen aus allen sozialen Schichten betrifft. «Ich höre die persönlichen Geschichten zu den steigenden Zahlen von Gewalt an Frauen.» In den erschreckenden Erlebnissen zeige sich eine strukturelle Gewalt, die in unserer Gesellschaftsstruktur verankert sei. «Die Selbstverständlichkeit, mit der Gewalt an Frauen hingenommen wird, ist erschreckend – das können und dürfen wir nicht hinnehmen.» So ist es auch für Monika Frieden keine Frage, dass es zu den Aufgaben der Kirche gehört, gegen Gewalt einzustehen. Letztes Jahr wurden gemäss der Statistik des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann insgesamt 18522 Anzeigen wegen häuslicher Gewalt registriert. Doch die Dunkelziffer liegt wohl viel höher, denn Gewalt in Partnerschaften wird der Polizei oftmals nicht gemeldet. «Gerade wenn Opfer und Täter in einer Beziehung stehen, ist der Gang zur Polizei schwer, weil er schwerwiegende Konsequenzen haben kann», sagt die Geschäftsleiterin von Frauenberatung sexuelle Gewalt Corina Elmer. «Es passiert immer noch zu viel, aber es passiert nicht erst seit heute.» Für die Pfarrerin Renate von Ballmoos ist es deshalb «dringend notwendig, dass wir Frauen in Kirche und Gesellschaft ein Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen, auch unter uns hier in Zürich und in der Schweiz».

Den Abschluss des Tages bildete – neben vielen anderen Aktionen – um 18.30 Uhr eine Vesper in der Predigerkirche mit dem Thema «Gleichberechtigung beginnt mit der Sprache».

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Der erste Jahresbericht der reformierten Kirchgemeinde Zürich nach dem Zusammenschluss der städtischen Reformierten ist da.108.07.2020

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Pilgern ist mehr als der Jakobsweg: Schon im 10. Jahrhundert wurde die Via Francisca vom Bodensee bis nach Rom rege begangen.

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