Willkommen bei der reformierten Kirche Zürich

Mit der Gründung der reformierten Kirche Zürich auf den 1. Januar 2019  ist die grösste reformierte Kirchgemeinde der Schweiz entstanden. Die reformierte Kirchgemeinde Zürich zählt rund 80'000 Mitglieder. 32 reformierte Kirchgemeinden aus der Stadt Zürich und der Gemeinde Oberengstringen gehen nun gemeinsam den Weg als reformierte Kirche Zürich.

Die reformierte Kirche Zürich startete an einem historischen Datum: 500 Jahren zuvor begann offiziell die Zürcher Reformation mit dem Amtsantritt von Huldrych Zwingli am Grossmünster anfangs 1519.

BIODIVERSITÄT IN DER KIRCHE


Kirchengärten, Friedhöfe und Kirch­türme sind wertvolle Lebensräume für viele Wildpflanzen und teils bedrohte Tierarten.

Kirchengärten, Friedhöfe und Kirch­türme sind wertvolle Lebensräume für viele Wildpflanzen und teils bedrohte Tierarten: Auch in der Kirchgemeinde Stadt Zürich setzt man sich für die Vielfalt des Lebens ein.

Die Bewahrung der Schöpfung ist ein urchristlicher Gedanke. Ein Gedanke, der aktuell im gesellschaftlichen Engagement für Biodiversität zu finden ist. Das zeigt etwa das im März gestartete Projekt «Mission B» von SRF: «Die schweizweite Aktion möchte aufzeigen, was Bio­diversität ist, und Ideen vorstellen, wie sie gefördert werden kann», so die Projekt­leiterin Bettina Walch. «Nach dem Motto ‹Jeder Quadratmeter zählt› ermuntert ‹Mission B› die Schweizer Be­völkerung, möglichst viele biodiverse Flächen zu schaffen.»

Die Biologin Claudia Baumberger vom Verein oeku Kirche und Umwelt ist überzeugt: «Es gibt gerade auch für Kirchgemeinden zig Möglichkeiten, wie sie die Biodiversität fördern können.» Und die Kirche sieht Claudia Baumberger von oeku in einer besonderen Verantwortung: «Nicht zuletzt ist die Bewahrung der Schöpfung eine wichtige christliche Aufgabe», sagt die Redaktorin der oeku-­Nachrichten. Der Verein oeku ist unter anderem Anlaufstelle für Kirchgemeinden, die den Lebensraum für einheimische Wildtiere und Wildpflanzen fördern wollen.

«Wir helfenKirchgemeinden, ihre Möglichkeiten zum Schutz der Vielfalt des Lebens auszuschöpfen», so Claudia Baumberger. «Dafür haben wir Unterlagen erarbeitet und vermitteln Kirchgemeinden Fachpersonen», sagt die Biologin. Mit kleinen Massnahmen könnten dabei grosse Wirkungen erzielt werden: «Wer Grünflächen nicht so oft mäht oder auch mal eine ‹unordentliche Ecke› stehen­lässt, schafft sozusagen mit Nichtstun wertvollen Lebensraum.» Auch Kirchtürme seien oft das Zuhause von bedrohten Fledermaus- und Vogelarten. «Der erste Schritt ist das Bewusstsein, dass die Bewahrung der Vielfalt des Lebens jeden Tag vor unserer Haustür stattfindet.»

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Die Bewahrung der Lebensräume findet auch in Kirchentürmen statt, wie Stefan Thurnherr, der Präsident der Kirchenkreis­kommission eins, sagt: «Im Zürcher Grossmünster und Fraumünster leben Alpensegler­kolonien. Wenn wir etwa Banner aufhängen oder sanieren, dürfen wir ihre Nistplätze nicht vergessen.» Alpensegler sind per Bundesgesetz geschützt und nisten fast ausschliesslich an Gebäuden. «Der Rückbau des Gerüsts und aufgestellte Brutkästen ermöglichten es den Alpenseglern, während der Kirchturmsanierung 2004 an ihren gewohnten Nistplätzen zu bleiben», sagt Klaus Stratenwerth, der Sigrist der Kirche Fraumünster. Der Aufwand hat sich gelohnt: «Heute leben wir ein wunderbares Miteinander und es freut uns, dass die Alpensegler bei uns ihre Nachkommen aufziehen», so Klaus Stratenwerth.

Auch im Kirchenkreis zwei hat die Artenvielfalt einen hohen Stellenwert: «Die Kirche Enge hat vor rund zehn Jahren ein Biodiver­sitätsprojekt gestartet», sagt Christopher Opialla von der Kirchenkreiskommission zwei, der hauptberuflich Landschaftsarchitekt ist. «Wildblumenwiesen haben einen grossen ökologischen Wert – hier finden viele Insekten wie etwa Wildbienen, Schmetter­linge und Käfer Lebensraum und Nahrung», sagt er. Das naturnah gestaltete Areal wurde in verschiedene Bereiche eingeteilt: «Wir haben Wiesen mit Gräserarten, die sehr hoch wachsen, wir haben Beete mit wunder­schönen Wildstauden – und wir haben Rasenflächen für Veranstaltungen», so Christopher Opialla. Wildpflanzen und biodiverse Flächen wirkten zuweilen nicht so ordentlich, wie akkurat geschnittene Rasen­flächen – doch der Landschaftsarchitekt freut sich sehr an ihrer wildromantischen Schönheit. «Der Unterhalt ist dabei nicht so einfach wie bei einem Rasen, deshalb musste das Projekt bei manchen Flächen leider aufgegeben werden.» Dabei sei es aber so wichtig, dass Energie und Mittel in biodiver­sen Lebensraum investiert würden. Denn Vielfalt zu leben, zu lieben und zu bewahren – bei Menschen, Tieren und Pflanzen – sei ein christlicher Kerngedanke.

 

«Der ökologische Aspekt muss auch für die Kirche ein Thema sein.» Christopher Opialla, Landschaftsarchitekt, Kirchenkreiskommission zwei (Bild).

Ungeordnet, kunterbunt und wunderschön – gerade Steingärten mit Wildblumen, wie etwa das Rote Seifenkraut, sind enorm wertvoll.  Bild: Erika Gussmann

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