Urban und vielfältig: Kirchenkreis vier fünf

ÜBERTRAGUNG - HAUPTARTIKEL AUS DEM REFLOKAL 11


Woher kommt das Heilige? Hat es etwas Heiliges in uns Menschen? War es schon immer da? Wie kam und kommt es in uns hinein? Kann man es vergrössern, auffüllen? Es wieder verlieren?

Diese Fragen werden von verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen verschieden beantwortet. Es gibt Rituale und Ritualgegenstände, die zeigen, dass immer wieder versucht wird, das Heilige oder die Verbindung zu Gott herzustellen. Dazu gehören das Gebet und das Abendmahl, wo durch die Transsubstantiation Brot und Wein in den Leib Jesu Christi gewandelt wird. Altäre in Kirchen oder zu Hause bestimmen einen Ort als heilig.

So stehe ich seit Jahren fasziniert, wenn mich das Leben zufällig am Limmatplatz stranden lässt, vor Harun Farocki’s Videoinstallation von 2007 und hoffe, mein Tram kommt noch lange nicht.

In ungefähr 40 Minuten sehen wir, wie Menschen versuchen, an verschiedenen Orten der Welt dem Unsichtbaren zu huldigen oder es zu berühren, es in sich aufzunehmen - in Kontakt zu kommen mit dem Heiligen. Auf den Fotos oben sehen wir die Grabkirche in Jerusalem und die Stelle, wo der Leib Christi nach der Kreuzabnahme hingelegt wurde, wir sehen die Hände und Gegenstände, die das Heilige aufzunehmen versuchen. Die Menschen verbinden sich über etwas Materielles mit dem Unsichtbaren, dem, was ihnen Kraft und Segen bringen kann.

Es rührt mich sehr und ich verstehe den Impuls, solche Heil-Kräfte im aussen zu suchen und zu finden. Der Mensch braucht offenbar Unterstützung von grösseren Mächten als nur die Hilfe von Mitmenschen. Wenn man sich ohnmächtig und unvollständig fühlt, kann man den Segen von Oben, dem Heiligen gut brauchen.

Oder, wie man es auf den Fotos sieht, man kann es von der Grabplatte aufnehmen und in Beuteln nach Hause tragen, kann seine Gegenstände wie Pässe, Heiligenbilder und Kruzifixe aufladen mit der magischen Kraft des Heiligen.

Harun Farocki (1944-2014) war ein deutscher Filmemacher und Autor. In seiner Videoinstallation sieht man alle Arten von Verbindung mit dem Göttlichen oder Wunderbaren, aber auch Schweigeminuten für den Holocaust oder Menschen, die mit ihren Händen Verbindung über die in Stein eingravierten Namen von geliebten verstorbenen Menschen herstellen.

Lassen Sie sich auch berühren und verweilen sie doch einmal etwas länger am Limmatplatz.

Ulla Schoch
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