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Von A wie «attraktiv» bis Z wie «zeitgemäss» sollen die kirchlichen Angebote sein. So lautet eines der Ziele, das die Kirchenpflege in ihrer strategischen Planung festgeschrieben hat. Das siebenköpfige Gremium verabschiedete in einem strukturierten Prozess fünf Leitsätze, denen knapp zwei Dutzend Ziele zugeordnet sind.

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GEGEN DAS VERGESSEN


Mit einem Mahnmal aus beschriebenen Stoffstreifen erinnert die Kirchgemeinde im Rahmen des Aktionsmonats «Beim Namen nennen» an all jene Menschen, die beim Versuch, Europa zu erreichen, den Tod fanden. Anlässlich der Schlussaktion am 18. und 19. Juni 2022 werden ihre 48 000 Namen während 24 Stunden im Grossmünster vorgelesen.

Flüchtlingsaktion «Beim Namen nennen» © Ursula Markus Flüchtlingsaktion «Beim Namen nennen» © zVg KK vier fünf

Europa als undurchdringliche Festung: Im Aktionsmonat «Beim Namen nennen» wird mit zahlreichen Aktionen jenen Männern, Frauen, Kindern und Babys gedacht, die bei der Flucht nach Europa ihr Leben verloren. Die meisten ertranken im Mittelmeer, andere wurden an Grenzübergängen erschossen. 48 000 Menschen sind es, die seit 1993 auf diese Weise verstarben – die Dunkelziffer ist wahrscheinlich um ein Vielfaches höher. «Die meisten Menschen sterben namenlos», sagt Monika Golling, Sozialarbeiterin im Offenen St. Jakob, wo der Aktionsmonat bereits in den vergangenen Jahren ein grosses Echo auslöste.

Eine kleine Organisation in den Niederlanden hat sich der schwierigen Aufgabe angenommen, alle auffindbaren Informationen über die Verstorbenen zusammenzutragen: Sei es mit Hilfe von Augenzeugen, aus Presseberichten, via Angaben von Angehörigen oder im Wasser treibenden Fundstücken, die Hinweise auf ihre Identitäten gaben. Diese Namen – soweit bekannt – sowie das Datum und der Umstand ihres Todes werden während des Aktionsmonats an verschiedenen Standorten in der Kirchgemeinde einzeln auf Stoffstreifen geschrieben und an der Schlussaktion am 18. Juni 2022 mittels Schnüre an der Wasserkirche und am Grossmünster als Mahnmal befestigt. Fehlt der Name, wird der Streifen mit «n.n»beschrieben – kurz für «no name».

24-Stunden-Aktion im Grossmünster

Zusätzlich werden vom 18. bis 19. Juni 2022 im Gedenken an die Verstorbenen im Grossmünster die Namen der Verstorbenen sowie das Datum und die Umstände ihres Todes vorgetragen – zum ersten Mal während 24 Stunden. Jede halbe Stunde wird die Lesung durch einen besinnlichen Beitrag unterbrochen. «Wenn man den Namen laut ausgesprochen hört, macht das enorm betroffen», sagt Monika Golling. «Das Unvorstellbare wird fassbar: Das sind Menschen, die wir nicht haben wollen.» Auch Christoph Sigrist, Pfarrer am Grossmünster, spricht die Emotionen an, wenn er sagt: «Das Mittelmeer ist das grösste Gemeinschaftsgrab Europas – das muss man eigentlich verdrängen.» Durch die zahlreichen Initiativen im Innen- und Aussenraum des Grossmünsters – unter anderem durch angehäufte Holzfiguren des Künstlers Peter Leisinger, die den Zugang zur Kirche in ein anderes Licht stellen – werde das Verdrängte sichtbar gemacht. Christoph Sigrist: «Das Grossmünster wird so zu einem Epizentrum der Solidarität.» Auch für Monika Golling ist die Lesung der Namen in der politisch bedeutendsten Kirche der Stadt ein Signal mit grosser Wirkung: «Es ist wichtig und nötig, dieses Thema ins Grossmünster zu tragen – dort, wo auch viele wichtige Persönlichkeiten geehrt und abgedankt werden.»

Die aktuelle Willkommenskultur gegenüber den Flüchtenden aus der Ukraine bringe Bewegung in die Flüchtlingspolitik, stellt Christoph Sigrist fest, der sich bereits seit Jahrzehnten für die Flüchtlingsarbeit engagiert und Mitbegründer von Solinetz ist. So wird für den S-Status politisch das umsetzbar, was die kirchliche Flüchtlingsarbeit seit Jahren für den F-Status fordert – uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt beispielsweise. Zudem sei das Bewusstsein für die Menschenrechtsverletzungen an den Aussengrenzen Europas durch die Frontex-Abstimmung in eine breitere Öffentlichkeit gelangt. Doch eins ist für ihn klar: Beim Menschsein gebe es keine Unterscheidung – «eine Zweiklassengesellschaft unter Flüchtenden zu erschaffen ist weder christlich noch human.»




Der Aktionsmonat «Beim Namen nennen» dauert vom 18. Mai bis 19. Juni 2022. Die 24-Stunden-Aktion vom 18. Juni, 8.30 Uhr bis Sonntag, 19. Juni 2022, 11 Uhr und findet im Grossmünster statt. Das gesamte Rahmenprogramm finden Sie hier: https://www.beimnamennennen.ch/de/2022/zuerich

Programm der Altstadtkirchen zur Aktion «Beim Namen nennen»: Link Website

Schreibstätten zur Vorbereitung des Mahnmahls

Sie können sich aktiv an der Vorbereitung der Installation vom 18.–19. Juni 2022 beteiligen. Und zwar vor allem beim Beschriften der 48 000 Stoffstreifen – für jede umgekommene Person einen, ob ihr Name bekannt ist oder nicht.

Dazu gibt es während des ganzen Monats mehrere Schreibstätten:

Gemeinsam Znacht, Veranstaltungskeller, Hirschengraben 34

Dienstag, 24. Mai 2022, ab 12 Uhr
Mittwoch, 8. Juni 2022, ab 17 Uhr

Standort BAZ, GZ Wipkingen, Duttweilerstrasse 11

Mittwoch, 25. Mai 2022
Mittwoch, 1. Juni 2022
Mittwoch, 8. Juni 2022
jeweils 18–21 Uhr

MAXIM Theater, Ernastrasse 20

Dienstag, 31. Mai 2022
Mittwoch, 1. Juni 2022
13–17 Uhr

Autonome Schule Zürich, Caféraum, Sihlquai 125

Freitag, 3. Juni 2022, ab 14 Uhr

Alte Kirche Fluntern, Gloriastrasse 100

Dienstag, 7. Juni bis Freitag, 17. Juni 2022
täglich 10–15 Uhr

Grosse Kirche Altstetten, Pfarrhausstrasse 21

Sonntag, 12. Juni bis Freitag, 17. Juni 2022
täglich 10–16 Uhr

Johanneskirche, Limmatstrasse 112

Freitag, 17. Juni 2022, 18–20 Uhr

Wasserkirche

Samstag, 18. Juni 2022, 10–15 Uhr

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